Protestplakate begrüßen Prinz Andrew bei Umzug nach Sandringham
Die Ankunft von Prinz Andrew auf dem königlichen Anwesen Sandringham in Norfolk ist von öffentlichen Schmähaktionen überschattet. Unbekannte haben in der Gegend als „öffentliche Sicherheitshinweise“ deklarierte Plakate angebracht, die auf die Verbindung des entmachteten Royals zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verweisen.
Störung der Idylle und Unmut der Anwohner
Der 63-Jährige war erst vor wenigen Tagen unter dem Schutz der Nacht aus seiner bisherigen Residenz, dem Royal Lodge in Windsor, aus- und auf das Gut des Königs umgezogen. Nach Informationen befindet er sich vorübergehend im Wood Farm Cottage, während sein mutmaßliches Dauerdomizil Marsh Farm renoviert wird.
Bereits kurz nach seinem Eintreffen äußerten Einwohner des ansonsten ruhigen Dorfes Unmut über die Präsenz des diskreditierten Prinzen. Ein besonderes Ärgernis ist der dadurch ausgelöste Medienrummel. „Die zuvor ruhige Straße ist überflutet mit Autos und Journalisten, Helikopter kreisen über uns“, beschrieb eine lokale Quelle die Situation. Eine Anwohnerin schlug vor, Andrew hätte an einen abgeschiedeneren Ort auf dem weitläufigen Anwesen ziehen sollen, „umringt von Bäumen und fernab von Straßen“, um keine Störung zu verursachen.
Die Frustration artikuliert sich auch deutlich sichtbar: In einem online verbreiteten Video ist zu sehen, wie eine Person ein Plakat über das „Welcome to Sandringham“-Schild klebt. Es zeigt ein Foto von Andrew und enthält neben einer beleidigenden Bezeichnung den Vorwurf, er sei ein „engster Freund des notorischen Pädophilen Jeffrey Epstein“ und „begeisterter Teilnehmer an dessen Sexhandels-Netzwerk“ gewesen, der „Millionen zahlte, um Überlebende zum Schweigen zu bringen“.
Alte Vorwürfe und aktuelle Kontroversen
Prinz Andrew hat die gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfe stets bestritten. Strafrechtliche Ermittlungen führten nie zu einer Anklage. Allerdings enthalten die Epstein-Dokumente Berichte, wonach sich eine Frau Mitte 20 eigens nach Windsor begeben haben soll, um mit Andrew Sex zu haben. Zudem leistete er eine Millionen-Zahlung an Virginia Giuffre, ohne jedoch Schuld oder Haftung anzuerkennen.
Die aktuelle Aktion wurde von der Kampagnengruppe „Everyone Hates Elon“ geteilt, die den Ex-Prinzen als „nationale Schande“ bezeichnete. Auch Besucher des nahegelegenen Sandringham Visitor Centre zeigen sich wenig beeindruckt. Abraham Bruin, 83, sagte: „Wenn er ein Ausgestoßener ist und auf dem Anwesen lebt, ist er dann wirklich ein Ausgestoßener?“ Eine andere Frau merkte an: „Er kehrt doch eigentlich nur zum Luxus zurück, oder? Ihm wird alles nachgetragen.“ Eine lokale Bewohnerin brachte ihre Ablehnung auf den Punkt, indem sie sagte, sie sei „nicht sonderlich erpicht auf ihn“.
Die Ereignisse verdeutlichen die anhaltenden Reputationsprobleme des ehemaligen Prinzen, dessen Umzug ihn nicht aus der öffentlichen Kontroverse entlassen hat.