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Polizei durchsucht Anwesen von Peter Mandelson im Zuge von Epstein-Ermittlungen

Im Zusammenhang mit schwerwiegenden Vorwürfen wegen Amtsmissbrauchs hat die britische Polizei am Freitag zwei Anwesen von Lord Peter Mandelson durchsucht. Die Metropolitan Police bestätigte, dass Einsatzkräfte der zentralen Spezialeinheit für schwere Kriminalität zeitgleich eine Adresse in der Londoner Innenstadt nahe dem Regent’s Park und ein weiteres Objekt in Wiltshire betraten.

Ermittlungen zu Marktinformationen für Epstein

Konkret geht es laut Polizeiangaben um den Vorwurf, der ehemalige Wirtschaftsminister Mandelson habe dem verstorbenen Sexualstraftäter und Finanzier Jeffrey Epstein während der Finanzkrise marktsensible Informationen zugespielt. Die Ermittlungen wurden aufgrund von Dokumenten aufgenommen, die kürzlich vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden.

Dabei handelt es sich um E-Mails aus den Jahren 2009 und 2010. Diese zeigen laut Berichten, dass Mandelson eine Einschätzung eines Beraters von Premierminister Gordon Brown zu möglichen politischen Maßnahmen, darunter ein „Vermögensverkaufsplan“, weiterleitete. Er soll außerdem eine Steuer auf Bankerboni erörtert und ein bevorstehendes Euro-Rettungspaket einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe bestätigt haben.

Eine Sprecherin der Polizei, Deputy Assistant Commissioner Hayley Sewart, erklärte, die Durchsuchungen bezögen sich auf laufende Ermittlungen zu Vergehen des Amtsmissbrauchs, die einen 72-jährigen Mann beträfen. „Er wurde nicht festgenommen, und die Ermittlungen dauern an“, so Sewart.

Vor Ort wurden mehrere Beamte mit Körperkameras beobachtet, die Mandelsons Londoner Wohnung betraten. Später wurde gesehen, wie eine blaue Kiste und eine große Tasche in das Haus getragen wurden. Vor dem Anwesen in Wiltshire parkten unterdessen ein Streifenwagen und fünf zivile Fahrzeuge, im Haus brannte Licht, und die Garagentür stand offen.

Politische Rückwirkungen und Dokumentenstreit

Die Ermittlungen haben erhebliche politische Rückwirkungen ausgelöst. Premierminister Keir Starmer steht unter Druck wegen der Ernennung Mandelsons zum Botschafter in den USA im vergangenen Jahr. In einer Rede am Donnerstag warf Starmer dem Labour-Kollegen vor, bei der Überprüfung für den prestigeträchtigen Posten über sein Verhältnis zu Epstein gelogen zu haben. Er entschuldigte sich bei Epsteins Opfern dafür, Mandelsons „Lügen“ geglaubt zu haben.

Viele Abgeordnete der Regierungspartei fordern inzwischen die Entlassung von Starmers Stabschef Morgan McSweeney, den sie für die umstrittene Ernennung verantwortlich machen. Angesichts dieser Revolte hat die Downing Street zugestimmt, die Kontrolle über die Veröffentlichung von Dokumenten zu dieser Ernennung an den parlamentarischen Geheimdienstausschuss, das Intelligence and Security Committee, abzugeben.

Die vollständige Veröffentlichung der Akten könnte sich jedoch verzögern. Der Ausschuss muss zunächst alle Dokumente prüfen, die die Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit zurückhalten möchte. Zusätzlich hat die Metropolitan Police darum gebeten, einige Unterlagen unter Verschluss zu halten, da sonst die laufenden strafrechtlichen Ermittlungen gefährdet werden könnten.

Lord Mandelson selbst hat sich noch nicht öffentlich geäußert. Der BBC zufolge bestreitet er, strafbare Handlungen begangen zu haben, und betont, er habe nicht aus persönlicher Bereicherung gehandelt. Die britische Regierung hat indes Unterstützung für die Polizei zugesichert.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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