Petition fordert Unterstützung von König Charles für den Erhalt des ältesten indischen Restaurants Londons
Das Veeraswamy, das seit 1926 auf der Regent Street in London indische Gerichte serviert, steht kurz vor der Schließung, nachdem der Crown Estate sich geweigert hat, den Mietvertrag zu verlängern. Trotz einer Petition mit mehr als 18.000 Unterschriften fordern die Unterstützer nun den britischen König Charles III. auf, sich für den Erhalt des traditionsreichen Restaurants einzusetzen.
Historisches Restaurant vor dem Aus
Veeraswamy, das älteste noch betriebene indische Restaurant Großbritanniens, könnte bald schließen, da der Crown Estate die Fortführung der Mietvereinbarung ablehnt. Das Restaurant, das ursprünglich 1926 eröffnet wurde und in dem Gebäude an der Regent Street, nahe Piccadilly Circus, betrieben wird, spielt eine bedeutende Rolle in der britischen Kulturgeschichte. Unterstützer des Restaurants fordern, dass König Charles, der sich für die Förderung von Gemeinschaftsverbindungen eingesetzt hat, eingreift, um dieses „lebendige Stück geteilter Kulturgeschichte“ zu bewahren.
Der Crown Estate, der die Immobilie verwaltet, argumentiert, dass das Gebäude dringend renoviert werden müsse, was jedoch nicht möglich sei, solange das Restaurant dort bleibt. Ein Sprecher des Crown Estate erklärte, dass es eine „schwierige Entscheidung“ gewesen sei, das Restaurant aus den Räumlichkeiten zu entfernen. Der Crown Estate ist eine unabhängige Immobiliengesellschaft, deren Gewinne an den Staat fließen.
Der Einsatz, das Veeraswamy zu erhalten, hat bereits mehr als 18.000 Unterschriften in einer Petition gesammelt. Prominente Köche wie Raymond Blanc, Michel Roux und Richard Corrigan haben sich ebenfalls für den Erhalt des Restaurants ausgesprochen. Corrigan betonte, dass europäische Städte ihre legendären Restaurants wertschätzen und fragte: „Warum wollen wir Veeraswamy verlieren?“
Die Unterstützer haben vor, die Petition in den kommenden Wochen vor den Toren des Buckingham Palastes zu überreichen. Zudem wird im März ein Festessen zum hundertjährigen Bestehen des Restaurants erwartet, das zahlreiche Prominente und Öffentlichkeit anziehen soll.
Die Bedeutung des Veeraswamy für London und die indische Küche
Veeraswamy ist nicht nur ein Restaurant, sondern ein Symbol der Verbindung zwischen indischer und britischer Kultur. Es wurde zu einem Treffpunkt für Prominente, darunter Charlie Chaplin, Marlon Brando und Winston Churchill. Im Laufe der Jahre besuchten auch prominente Persönlichkeiten wie Prinzessin Anne und David Cameron das Restaurant. Es wird sogar behauptet, dass Veeraswamy das legendäre britische Pairing von Curry und Bier erfunden hat, inspiriert durch den dänischen Prinzen Axel, der in den 1920er Jahren regelmäßig Carlsberg im Restaurant trank.
Die Geschichte des Veeraswamy ist eng mit der indischen Gemeinschaft in Großbritannien verbunden. Es zog ursprünglich Anglo-Inder an, die das indische Essen aus ihrer Heimat vermissten. Später wurden auch hohe Gäste aus der indischen Politik, darunter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, zu regelmäßigen Gästen. Co-Besitzer Ranjit Mathrani erinnert sich an zahlreiche Geschichten von Besuchern, die das Restaurant zu wichtigen Momenten ihres Lebens aufsuchten, sei es für Verlobungen oder andere bedeutende Ereignisse.
Die Schließung des Restaurants würde einen großen Verlust für das kulinarische Erbe Londons bedeuten, da es zu den ersten indischen Restaurants im Land gehört und die Szene für indisches Essen in Großbritannien maßgeblich beeinflusste. Veeraswamy führte auch Großbritanniens ersten Tandoor-Ofen ein, und 2016 wurde es mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, was den 90. Jahrestag des Restaurants markierte.
Die Streitigkeiten zwischen Veeraswamy und dem Crown Estate drehen sich um die Pläne, das Gebäude Victory House zu modernisieren. In den offiziellen Planungsdokumenten wird erklärt, dass der Restaurantbereich in Büros umgewandelt werden soll, was das Restaurant für die Öffentlichkeit unzugänglich machen würde. Der Crown Estate hat jedoch Unterstützung angeboten, um alternative Räumlichkeiten im West End zu finden, sowie finanzielle Entschädigung.
Falls keine Einigung erzielt wird, wird der Fall voraussichtlich im Sommer vor Gericht gehen, da das Restaurant gegen die Entscheidung zur Nichtverlängerung des Mietvertrags Klage einreichen will.