Press "Enter" to skip to content

Österreich setzt auf Massentests zur Bekämpfung der Verbreitung von Coronaviren

Von Kirsti Knolle

WIEN, 24. März – Österreich wird in den kommenden Tagen die Coronavirus-Tests massiv ausweiten, um infizierte Menschen zu lokalisieren und zu isolieren und eine italienische Überlastung seines Gesundheitssystems zu vermeiden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag.

Die Alpenrepublik mit 8,8 Millionen Einwohnern hat bisher rund 28.400 Menschen getestet, wobei fast 4.900 Fälle und 28 Todesfälle bestätigt wurden.

Es war eines der ersten europäischen Länder, das als Reaktion auf die Entwicklungen im benachbarten Italien und die starke Zunahme von Coronavirus-Infektionen in den westlichen Regionen die Bewegung stark einschränkte und Geschäfte und Schulen schloss.

Österreich plant, in den kommenden Wochen bis zu 15.000 Menschen pro Tag zu testen, sagte die Bundeskanzlerin.

“Wir werden auch Schnelltests starten, um Hunderttausende von Menschen so schnell wie möglich zu testen”, sagte Kurz auf einer Pressekonferenz.

Er verwies auf brandneue Tests, die vergleichsweise billig sind, aber länger dauern als die bisher verwendeten Labortests.

Umfassende Tests sind der Schlüssel, um ein klares Bild der tatsächlichen Infektionsrate und eine Vorstellung davon zu erhalten, wie viele Menschen eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben, sagte der Kanzler.

Oberste Priorität hatte es, den Höhepunkt der Infektionen so lange wie möglich zu verzögern, um eine Situation wie in Italien oder Spanien zu vermeiden, in der die Gesundheitssysteme überfordert sind.

“Unser Ziel ist es, dass sich die Anzahl der Infektionen nur alle 14 Tage und nicht alle zwei, drei oder fünf Tage verdoppelt und dass wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, um dies so zu halten, sobald wir das soziale Leben wieder in Schwung bringen”, sagte Kurz.

Österreichs strenge Maßnahmen gelten bis zum 13. April, und Kurz sagte, es bestehe die Hoffnung, dass ein schrittweiser Rückzug am nächsten Tag beginnen könne.

Eine Task Force der Regierung, die Szenarien für den „Hochlauf“ entwickelte, befasste sich derzeit mit Fragen wie der Reihenfolge, in der Schulen, Unternehmen und die Produktion neu gestartet werden sollten.

Lehren aus anderen Ländern zeigten, dass es entscheidend ist, diszipliniert zu bleiben und „Big Data“ zu nutzen.

Auf die Frage, was er unter „Big Data“ verstehe, sagte Kurz: „Wir arbeiten derzeit mit dem Roten Kreuz und anderen Unternehmen an Ideen, die in Österreich und in Europa umgesetzt werden könnten und die für unser System und unsere Demokratie geeignet sind.“

Das Österreichische Rote Kreuz bewirbt eine sogenannte „Stop Corona“ -App, mit der ein Benutzer digital speichern kann, wen er wann trifft. Wenn eine Person Symptome einer Koronakrankheit zeigt, können diese Kontaktpersonen benachrichtigt werden.

Der österreichische Mobilfunkanbieter A1 Telekom Austria teilt bereits Ergebnisse einer Bewegungsanalyseanwendung mit, die die Bewegungsabläufe von Personengruppen bei der Gesundheitsbehörde visualisiert.

(Berichterstattung von Kirsti Knolle; Redaktion von Scot W. Stevenson und Nick Macfie)