Original Factory Shop geht in Insolvenz, 1.180 Arbeitsplätze gefährdet
Die Discount-Kette Original Factory Shop ist in Insolvenz gegangen, was die Zukunft von 137 Filialen und 1.180 Mitarbeitenden bedroht. Die Insolvenzverwalter von Interpath Advisory wurden am Mittwoch mit der Aufgabe betraut, die nächsten Schritte zu prüfen und die Möglichkeit einer Fortführung des Unternehmens zu evaluieren.
Obwohl das Unternehmen seine Online-Verkäufe eingestellt hat, werden alle Bestellungen, die vor dem Insolvenzantrag aufgegeben wurden, wie gewohnt ausgeliefert. In den Filialen soll weiterhin Handel betrieben werden, während die Insolvenzexperten nach Lösungen suchen, um das Geschäft möglicherweise fortzuführen.
Herausforderungen und Auslöser der Insolvenz
Die finanziellen Probleme des Unternehmens sind laut den Insolvenzverwaltern auf die schwierigen Handelsbedingungen zurückzuführen. Hohe Inflationsraten, eine schwache Verbraucherstimmung und gestiegene Arbeitskosten, bedingt durch staatliche Regelungen, hätten die Situation weiter verschärft. Zudem sei das Unternehmen durch Probleme mit einem externen Logistikpartner zusätzlich belastet worden, was die Umsätze weiter schwächte.
Rick Harrison, Geschäftsführer von Interpath und einer der Insolvenzverwalter, erklärte: „The Original Factory Shop war lange Zeit ein fester Bestandteil der britischen Innenstadtlandschaft. Leider haben die Handelsprobleme dazu geführt, dass das Unternehmen in Insolvenz gehen musste.“ In den kommenden Wochen werde man intensiv mit den Mitarbeitenden zusammenarbeiten, um die Filialen so weit wie möglich weiter zu betreiben und die Optionen für das Unternehmen zu prüfen.
Der Insolvenzantrag von The Original Factory Shop erfolgte nur wenige Tage nach der Meldung, dass auch die Modeaccessoires-Marke Claire’s in Insolvenz gegangen ist. Claire’s, mit 1.355 Angestellten in Großbritannien, hatte bereits zuvor eine Umstrukturierung durchlaufen.
Modella Capital, das Investmentunternehmen, das beide Marken 2024 übernommen hatte, steht in der britischen Einzelhandelsbranche zunehmend im Fokus. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr auch die WH Smith-Kette übernommen und die Kunsthandwerksmarke Hobbycraft gekauft.