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Oberpfälzer Naturschützer erwägen Klage gegen Tesla-Fabrik

Es ist das wichtigste Infrastrukturprojekt in Brandenburg: die geplante Tesla-Autofabrik. Jetzt könnten Naturschützer aus der Oberpfalz das Milliardenprojekt verzögern oder womöglich sogar verhindern.

Umweltschützer aus der Oberpfalz wollen den geplanten Bau einer Elektroauto-Fabrik des US-Konzerns Tesla in Brandenburg verhindern. Der “Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern” (VLAB) mit Sitz in Erbendorf (Lkr. Tirschenreuth) erwägt übereinstimmenden Medienberichten zufolge eine Klage gegen das Großprojekt.

Artenschützer in Bayern haben “allergrößte Bedenken”

Sein Verband habe “allergrößte Bedenken” gegen die geplante Tesla-Fabrik, sagte der VLAB-Vorsitzende Johannes Bradtka dem Berliner “Tagesspiegel”. Man werde deshalb im laufenden Genehmigungsverfahren eine Stellungnahme abgeben und erwäge darüber hinaus, Rechtsmittel einzulegen. Eine solche Klage könnte den Bau der E-Autofabrik empfindlich verzögern.

Tesla will ab 2021 produzieren

Der US-Elektroautobauer Tesla plant in Grünheide in Brandenburg eine sogenannte Gigafactory. Schon ab Sommer 2021 sollen dort pro Jahr bis zu 500.000 Elektrofahrzeuge produziert werden. Das Vier-Milliarden-Dollar-Projekt ist bei Umweltschützern umstritten, weil für den Bau der Anlage 150 Hektar Kiefernwald gerodet werden müssen und weil die Automobilfabrik im späteren Betrieb sehr viel Wasser verbrauchen wird – mehr als 3.000 Hektoliter pro Stunde.

Wasserverbauch wie ein ganzer Landkreis

Im “Neuen Tag” nannte VLAB-Chef Bradtka die Planungen für die Tesla-Fabrik abenteuerlich. Ohne Umweltverträglichkeitsprüfung oder Planfeststellungsverfahren sollten Tatsachen geschaffen werden. Der Wasserbedarf der geplanten Tesla-Fabrik “entspricht dem Verbrauch im Landkreis Tirschenreuth”, sagte Bradtka der Zeitung.

Weinzierl ist Ehrenvorsitzender

Der VLAB ist eigenen Angaben zufolge 2015 aus einer Oberpfälzer Bürgerinitiative hervorgegangen und hat mittlerweile bundesweit rund 9.000 Mitglieder. Als VLAB-Ehrenvorsitzender fungiert der langjährige Bund Naturschutz-Chef Hubert Weinzierl.

Der Verein wurde im vergangenen Jahr vom Umweltbundesamt als Umwelt- und Naturschutzvereinigung anerkannt, besitzt damit das Verbandsklagerecht und kann auf dem Rechtsweg bundesweit gegen Infrastrukturprojekte vorgehen.