NHS-Winterplanung zeigt Erfolge: Influenza-Patienten in Krankenhäusern um ein Viertel gesunken
Die Bemühungen des britischen Gesundheitsdienstes NHS, sich frühzeitig auf den Winter vorzubereiten, zeigen nach Angaben von Verantwortlichen deutliche Wirkung. Wesentliche Indikatoren für den Druck auf die Krankenhäuser verbessern sich.
Positive Trends bei Viren und Wartezeiten
Ein zentraler Erfolg ist der deutliche Rückgang der Grippefälle. In der letzten Woche lag die durchschnittliche tägliche Zahl von Influenza-Patienten in englischen Krankenhäusern bei 1.491. Das ist ein Rückgang um 25 Prozent gegenüber der Vorwoche mit 1.987 Patienten. Es ist bereits der vierte wöchentliche Rückgang in Folge und der niedrigste Stand in diesem Winter. Zum Vergleich: Mitte Dezember waren es noch bis zu 3.140 gewesen. Auch die Zahl der Grippepatienten auf Intensivstationen sank von 74 auf 59.
Erstmals in diesem Jahr ist zudem die Zahl der Norovirus-ähnlichen Erkrankungen in Krankenhäusern gesunken. Durchschnittlich 904 Betten waren täglich mit Patienten belegt, die an Durchfall und Erbrechen litten – ein Rückgang um fünf Prozent gegenüber dem Höchststand von 950 in der Vorwoche.
Verbesserungen gibt es auch bei den langen Wartezeiten für Patienten in Rettungswagen vor den Notaufnahmen. Nur noch 29 Prozent der per Krankenwagen eingelieferten Patienten mussten mindestens eine halbe Stunde warten, bis sie übergeben werden konnten. Das ist der dritte wöchentliche Rückgang in Folge. Die Zahl der besonders langen Verzögerungen von über einer Stunde sank von zehn auf neun Prozent, was 8.988 Patienten betraf.
Anhaltende Herausforderungen und geplante Maßnahmen
Trotz der positiven Entwicklungen bleibt die Situation in vielen Kliniken angespannt. So waren weiterhin durchschnittlich 13.714 Krankenhausbetten täglich mit Patienten belegt, die eigentlich entlassen werden könnten. Dies ist der zweithöchste Wert in diesem Winter, auch wenn er vom Spitzenwert von 14.005 in der Vorwoche leicht gesunken ist.
Gesundheitsminister Wes Streeting betonte, man lerne aus dieser Wintersaison, um den saisonalen Teufelskreis zu durchbrechen. Die frühe Planung habe bereits zu konkreten Verbesserungen in der Notfallversorgung geführt, die mit 450 Millionen Pfund, 500 neuen Rettungswagen und Millionen von Impfungen unterstützt wurde. „Die Winterbelastungen sind nicht verschwunden, aber wir lernen aus dieser Saison, um unsere Reaktion weiter zu stärken“, sagte Streeting.
Professorin Meghana Pandit, nationale Medizindirektorin des NHS in England, führte die Erfolge auch auf die Impfkampagnen zurück. Seit Beginn der Herbst-/Winteraktion seien rund 18,8 Millionen Grippeimpfungen verabreicht worden – eine halbe Million mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. „Höhere Impfraten helfen, die Auswirkungen von Winterviren wie Grippe zu begrenzen“, so Pandit. Sie rief alle Berechtigten nachdrücklich auf, sich gegen Grippe, Covid oder RSV impfen zu lassen.
In diesem Zusammenhang wurde das RSV-Impfprogramm in dieser Woche ausgeweitet. Es umfasst nun auch Menschen ab 80 Jahren. Der Impfstoff war zunächst im September 2024 für alle, die 75 Jahre alt werden, sowie schwangere Frauen ab der 28. Woche eingeführt worden, um ihre Neugeborenen zu schützen. Ein Auffüllprogramm für die 75- bis 79-Jährigen gab es bereits. Die Ausweitung soll nun diejenigen schützen, die dem Virus am stärksten ausgesetzt sind.