Nein zu “permanenten Angstkampagnen”: Tausende von Anti-Blockade-Demonstranten verurteilen die Regierungsbeschränkungen in Berlin.

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Tausende von Menschen marschierten durch das Zentrum Berlins und protestierten gegen die von der deutschen Regierung aufgrund der Covid-19-Pandemie getroffenen Sperrmaßnahmen, die ihre “Menschenrechte” verletzen sollen.

Eine lockere Kolonne von Demonstranten zog sich entlang mehrerer Hauptstraßen der deutschen Hauptstadt, während sie langsam vom Konrad-Adenauer-Platz im Westen der Stadt zur Siegessäule im zentralen Tiergarten und in der Nähe des symbolträchtigen Brandenburger Tors liefen.

Die von den Organisatoren als “Stiller Marsch” bezeichnete Demonstration fand dennoch unter dem Motto “Wir müssen unsere Stimme erheben!” statt, das auf einem großen Transparent angebracht war, das eine Gruppe von Demonstranten trug, die an der Spitze des Zuges marschierte. Abgesehen davon gab es kaum Schilder, da die Organisatoren sie aufforderten, alle Fahnen, Transparente und sogar Kleidung mit aufgedruckten Slogans zu Hause zu lassen.

Die Polizei bestätigt gegenüber dem @Tagesspiegel “mehrere tausend Teilnehmer” beim “Schweigemarsch”. Diese Einschätzung teile ich. Mehr Menschen als ich erwartet habe gerade durch den Tiergarten gezogen. Die ersten sind am Endpunkt an der Siegessäule angelangt. #b1010pic.twitter.com/5jsYR2Hdgh

– julius geiler (@glr_berlin) 10. Oktober 2020

“Wir sind eine bunte Mischung aus … Menschen aus verschiedenen ethnischen Gruppen und Einkommensgruppen, die alle ihre politischen Zugehörigkeiten hinter sich gelassen haben und die mit der Politisierung des Coronavirus [Pandemie], die zu einer Einschränkung unserer Menschenrechte führt, nicht einverstanden sind”, sagten die Organisatoren in einer Erklärung vor dem Marsch.

Die Demonstranten sagen, die Situation mit dem Virus verdiene eine breitere öffentliche Diskussion und fordern ein Ende der “permanenten Angstkampagnen”, die die Regierung ihrer Meinung nach gestartet hat.

Die Organisatoren rechneten zunächst damit, dass bis zu 20.000 Menschen an dem Marsch teilnehmen würden. Nach Angaben der Polizei war die tatsächliche Zahl mit “mehreren Tausend” deutlich niedriger. Dennoch wurden 200 Beamte zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingesetzt.

Zur Stunde läuft ein sogen. Schweigemarsch unter dem dazu widersprüchlichen Motto “Wir müssen reden” über den Ku’damm. Die VA wurde aus dem Ex-Mahnwachen-Spekrum organisiert & hat auch Neonazis angezogen, darunter Nikolai Nerling & Afd-Anhang. #b1010#Coronaprotestepic.twitter.com/vSxGIjlC0f

– Friedensdemo-Watch (@FriedensWatch) 10. Oktober 2020

Der Marsch verlief friedlich, da es keine Berichte über Zwischenfälle während der Demonstration gab. Am Rande des Protests verhaftete die Polizei jedoch Attila Hildmann, einen umstrittenen “veganen Beeinflusser”. Die Gründe für seine Verhaftung sind unklar.

Hildmann nahm ohne Maske an der Demonstration teil und skandierte politische Parolen. Deutsche Medien berichteten, er habe die Abriegelungsmaßnahmen in Deutschland mit dem berüchtigten Guantanamo-Gefängnis verglichen, als die Polizei ihn aufforderte, eine Maske aufzusetzen.

Gerade wurde Attila Hildmann aus dem “Schweigemarsch” gefischt. Rechte Youtuber sind empört. #b1010#Coronaprotestepic.twitter.com/3N9f9aEQeu

– Friedensdemo-Watch (@FriedensWatch) 10. Oktober 2020

Im Gegensatz zu vielen anderen Kundgebungen, die von Lockdown-Gegnern in Deutschland abgehalten wurden, beschlossen die Demonstranten offenbar, sich an die Regeln der sozialen Distanzierung zu halten, da viele mit Masken gesehen wurden, während die Organisatoren die Teilnehmer aufforderten, einen Abstand von 1,5 Metern zueinander einzuhalten.

Die Kundgebung fand nur einen Tag nach der Einigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem deutschen Oberbuergermeister auf eine Verschaerfung der Anti-Koronavirus-Restriktionen vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Neuinfektionen statt. Die neuen Maßnahmen beinhalten strengere Regeln für das Tragen von Masken und Einschränkungen für private gesellschaftliche Zusammenkünfte.

Der ganze Kudamm voll, von der Gedächtniskirche bis nach Halensee pic.twitter.com/L2fBZIJ8g4

– Aya Velázquez (@aya_velazquez) 10. Oktober 2020

Die Samstagsdemonstration stand in scharfem Kontrast zu dem massiven Anti-Blockade-Protest, den die deutsche Hauptstadt Ende August erlebte, als 38.000 Menschen auf die Straße gingen. Bei diesem Protest kam es zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, und am Ende versuchte eine Gruppe von Rechtsradikalen und besonders verärgerten Demonstranten, das Bundestagsgebäude zu “stürmen”.

Obwohl es den mutmaßlichen Angreifern nur kurz gelang, die Treppe zum Eingang zu besetzen, löste der Vorfall landesweit Aufsehen aus und wurde von Politikern aus dem gesamten politischen Spektrum vehement verurteilt.

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