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National Trust schafft neue Vogelinsel im Blackwater Estuary

Im Blackwater Estuary in Essex hat der National Trust drei stillgelegte Binnenschiffe versenkt, um eine neue Insel für Vögel zu schaffen. Diese Maßnahme soll 0,55 Hektar neuen Lebensraum bieten – eine Fläche, die in etwa der Größe eines Fußballfeldes entspricht.

Einzigartige marine Recycling-Initiative

Die Insel entsteht durch das Versenken von drei ausgemusterten Thames-Lichtern aus den 1950er Jahren. Diese Schiffe wurden ursprünglich für den Transport von Baumaterialien, Kohle und Lebensmitteln vom Hafen von London genutzt. Nach ihrer Deaktivierung wurden sie so präpariert, dass sie als stabile Grundlage für den neuen Vogellebensraum dienen können. Es wurden Löcher in die Rümpfe geschnitten, um die Schiffe zu versenken, die dann mit Sedimenten, hauptsächlich Schlamm, befüllt wurden, um sie zu beschweren und zu stabilisieren.

Für den Bau des neuen Lebensraums werden insgesamt 8.000 Kubikmeter Sediment benötigt – das entspricht etwa dem Volumen von drei Olympischen Schwimmbecken. Die Arbeiten erfordern ungefähr 170 Fahrten eines Baggerprahms, um das Material von Maldon Harbour zum Standort zu transportieren.

„Dies ist das ultimative Beispiel für marines Recycling – wir verwandeln ausgediente Industriegüter in ein Refugium für Wildtiere“, sagte Katy Gilchrist, Küstenprojektmanagerin des National Trust. „Mit diesem Projekt verwandeln wir Geschichte in Lebensraum. Soweit wir wissen, hat noch niemand zuvor etwas Derartiges versucht.“

Die neue Insel wird vor allem eine Zuflucht für bedrohte Vogelarten bieten, darunter der Alpenstrandläufer, die Goldregenpfeifer und die Zwergstrandläufer sowie gefährdete Seevögel wie der Kleine Tern und die Uferschnepfe.

Schutz der Salzmarschen und weitere Vorteile

Matt Wilson, Landschaftsmanager des National Trust, erklärte, dass die Insel als Schutzgebiet für Vögel dienen wird, das sich über den höchsten Gezeitenständen befindet und somit vor Störungen durch das Festland geschützt ist. „Je nach Jahreszeit hoffen wir, eine Vielzahl von Vögeln wie Austernfischer, Brentgänse und Rotschenkel zu beobachten“, sagte er.

Das Projekt hat auch einen weiteren praktischen Vorteil: Es wird helfen, die Erosion der benachbarten Salzmarschen auf Northey Island zu verringern. Diese Marschen sind ein natürlicher Hochwasserschutz und ein bedeutender Kohlenstoffspeicher in marinen Landschaften. Durch den Schutz der Marschen vor den Wellen wird die neue Insel zudem dazu beitragen, die Erosion zu verlangsamen und dieses wertvolle Ökosystem zu bewahren.

Das gesamte Projekt wird voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da weitere Sedimentschichten aufgebracht werden müssen. Sobald die Insel jedoch vollständig etabliert ist, wird sie eine wichtige Rolle im Schutz der Vogelwelt und der marinen Umwelt spielen.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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