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Nach Mandelson-Affäre: Labour-Partei steht vor Wochenende der Selbstreflexion

Die britische Labour-Regierung steht nach der umstrittenen Ernennung und Entlassung von Peter Mandelson zum US-Botschafter unter massivem innerparteilichen Druck. Ein zurückliegender Führungsansprüche von 2021, die Labour-Abgeordnete Monica Lennon, sagte im BBC Radio Scotland, die Affäre habe die konstruktive Arbeit der Regierung „völlig überschattet“.

Premierminister Sir Keir Starmer und sein Stabschef Morgan McSweeney sehen sich mit Forderungen nach Rechenschaft für die Personalentscheidung konfrontiert. Starmer räumte diese Woche ein, vor der Berufung von der Verbindung Mandelsons zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gewusst zu haben.

Ermittlungen und innerparteilicher Widerstand

Die Londoner Metropolitan Police untersucht den ehemaligen Peer wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch. Es geht um Akten, die nahelegen, dass Mandelson während der Finanzkrise Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben habe.

Im Parlament eskalierte der Konflikt: Die ehemalige stellvertretende Premierministerin Angela Rayner, die von einigen Medien bereits als mögliche künftige Führungsfigur gehandelt wird, führte eine Rebellion von Hinterbänklern an. Sie erzwang, dass die Kontrolle über die Veröffentlichung von Dokumenten zu Mandelsons Ernennung auf den parlamentarischen Geheimdienstausschuss übergeht. Lennon bezeichnete Rayners Eingreifen als „ziemlich kraftvoll“.

Die Labour-Abgeordnete äußerte sich persönlich angewidert: Allein die Erwähnung von Mandelsons Namen „lässt meine Haut kriechen“, sagte sie und warf ihm vor, seine Position und das öffentliche Vertrauen missbraucht zu haben.

Forderung nach Konsequenzen

„Es kann nicht einfach sein, dass jemand von einer Position zurücktritt oder sich entschuldigt, es muss Rechenschaftspflicht geben“, forderte Lennon. Der Premierminister zeige sich zwar bestürzt und weise auf Mandelson, doch es stünden Fragen an alle an der Regierungsspitze.

Die derzeitigen Skandale seien nicht der Wandel, den sich die Partei erhofft habe, so Lennon. Viele in der Partei seien wütend und angeekelt. Sie erwarte ein Wochenende mit „viel Selbstreflexion“ in der Labour Party.

Als Beispiel für die in den Hintergrund gedrängte „gute Arbeit“ der Regierung nannte Lennon die Abschaffung der Obergrenze für Kindergeld bei Familien mit mehr als zwei Kindern. Die Regierung müsse sich nun den parlamentarischen Kontrollmechanismen stellen, die in dieser Woche ihre Wirkung gezeigt hätten.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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