Mutmaßliche Anführer von „Chemical“-Bande nach Flucht in Sambia gefasst
Zwei mutmaßliche Rädelsführer eines landesweit agierenden Betrugssyndikats sind am Jomo Kenyatta International Airport (JKIA) festgenommen worden. Ali Samir Abdalla und Ajip Haisam wurden bei ihrer Rückkehr aus Sambia von Ermittlern des Directorate of Criminal Investigations (DCI) gestellt.
Eine landesweite Spur von Überfällen
Die Festnahmen beenden eine wochenlange Fahndung, die durch virale CCTV-Videos auf TikTok ausgelöst worden war. Die Aufnahmen zeigten die Verdächtigen bei mutmaßlichen Überfällen auf M-Pesa-Agenten in Meru, Mombasa, Nakuru, Eldoret und Malindi. Laut Polizeiangaben handelte es sich bei der Methode um sogenannte „Chemical“-Raubüberfälle, bei denen die Täter ein betäubendes Mittel einsetzten, um die Angestellten zu manipulieren und widerstandslos Bargeld zu übergeben.
Das Duo soll unmittelbar nach dem viralen Gehen der Videos nach Sambia geflohen sein. Ihre Rückkehr nach Kenia führt die Ermittler darauf zurück, dass ihnen entweder das Geld ausging oder sie glaubten, die Ermittlungen hätten sich beruhigt.
„Sie dachten, sie wären schlau, aber wir haben gewartet“, zitierte eine Quelle innerhalb des DCI. Die Verdächtigen werden derzeit auf der Polizeistation Capitol Hill verhört. Die Beamten arbeiten daran, die gestohlenen Millionenbeträge sicherzustellen und den „Chemiker“ zu identifizieren, der die Gruppe mit den betäubenden Substanzen versorgt.
Öffentlicher Druck und weitere Fahndung
Die Festnahmen erfolgten unter erheblichem öffentlichen Druck. Eine massive Online-Protestwelle unter dem Hashtag #WakishikwaWanaachiliwa (Wenn sie gefasst werden, lässt man sie frei) hatte die Polizei zum Handeln gedrängt.
Für die Opfer der Überfälle, wie Joseph M’Ibaya aus Meru, der innerhalb von Minuten 40.000 Kenia-Schilling verlor, bringen die Festnahmen eine vorsichtige Hoffnung auf Gerechtigkeit. In der Öffentlichkeit bleibt jedoch Skepsis, ob die Verhaftungen tatsächlich zu Verurteilungen führen werden oder ob die Beschuldigten das Justizsystem zu ihrem Vorteil nutzen könnten.
Die Behörden setzen die Fahndung fort und suchen nun nach zwei weiblichen Komplizen, die in den Aufnahmen als Lockvögel während der Raubüberfälle zu sehen waren. Die Polizei warnt M-Pesa-Agenten weiterhin, wachsam zu bleiben, kein verdächtiges Fremdwährung zu handeln und merkwürdig agierende Kunden zu melden. Während die mutmaßlichen Anführer in Gewahrsam sind, ist ihre kriminelle Methode weiterhin im Umlauf, und der Kampf gegen solche „Wash Wash“- und Betäubungsmittel-Banden ist nach Polizeiangaben noch lange nicht vorbei.