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Mord vor 40 Jahren: Haftbefehl gegen Angeklagten aufgehoben

Im Prozess um den Mord an einer 15-Jährigen vor 40 Jahren hat das Landgericht Aschaffenburg den Haftbefehl gegen den Angeklagten aufgehoben. Dem Gerichtssprecher zufolge bestehe gegen den Angeklagten kein dringender Tatverdacht mehr.

Im Verfahren um den sogenannten Cold Case in Aschaffenburg wird der Haftbefehl gegen den Angeklagten aufgehoben – da kein dringender Tatverdacht mehr bestehe, so die Zweite Große Jugendkammer des Landgerichts soeben in Aschaffenburg.

Der 57-jährige Mann wird unverzüglich aus der Untersuchungshaft entlassen. Es sei nach derzeitigem Stand keine große Wahrscheinlichkeit zu bejahen, dass der Angeklagte an dem Mord an der damals 15-jährigen Christiane J. im Dezember 1979 im Aschaffenburger Schlosspark beteiligt war.

Gericht stuft bisheriges Gutachten als wertlos ein

Das Gericht war zu der Ansicht gekommen, dass ein zentrales zahnmedizinisches Gutachten aufgrund zahlreicher und von der Sachverständigen nicht entkräfteter Widersprüche “wertlos” für das Verfahren sei. Eine Bissspur am Körper des Opfers war aber der zentrale Grund, warum das Verfahren nach fast 40 Jahren überhaupt wieder aufgenommen worden war.

Hauptverhandlung wird Mitte Februar fortgesetzt

Die Kammer will – wie bereits gestern angekündigt – die Hauptverhandlung am 17. Februar fortsetzen. Das Verfahren gegen den Angeklagten werde auch weiterhin “bis in die Tiefe” zu Ende geführt werden. Weitere Fortsetzungstermine seien seitens der Kammer für weitere Zeugenvernehmungen angedacht. Und weiter heißt es von Seiten des Gerichts: Man werde sich dann auch mit der Frage beschäftigen, ob der Angeklagte sogar als Täter sicher ausgeschlossen werden könne.

Jugendstrafrecht kommt zur Anwendung

Weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt war – und damit minderjährig – wird nach Jugendstrafrecht verhandelt. Deshalb ist die Öffentlichkeit von dem Prozess ausgeschlossen.

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