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Militärische Anklage gegen Offiziere im Fall der sexuellen Belästigung von Jaysley Beck

Im Zusammenhang mit dem tragischen Tod von Gunner Jaysley Beck, einer 19-jährigen Soldatin der britischen Armee, wurden zwei Offiziere wegen ihres Umgangs mit den Vorwürfen der sexuellen Belästigung angeklagt. Beck wurde 2021 tot in ihrer Unterkunft auf dem Larkhill Camp in Wiltshire aufgefunden, nachdem sie sich das Leben genommen hatte. Ein kürzlich durchgeführtes Gerichtsverfahren und eine nachfolgende Untersuchung ergaben, dass die Armee versäumt hatte, angemessen auf die Belästigungsvorwürfe zu reagieren, was zu ihrem Tod „mehr als minimal“ beigetragen habe.

Vorwürfe und militärische Ermittlungen

Major James Hook und Colonel Samantha Shepherd werden nun in einem Militärgericht (Court Martial) für ihre Rolle in der Vorfalluntersuchung von Becks sexueller Belästigung verantwortlich gemacht. Ein ehemaliger hochrangiger nichtkommissarischer Offizier, Michael Webber, war bereits im vergangenen Jahr zu sechs Monaten Haft verurteilt worden, nachdem er sich des sexuellen Übergriffs auf Beck schuldig bekannt hatte. Webber, damals Batterie-Sergant-Major in der Royal Artillery, hatte Beck bei einem Trinkspiel bedrängt und ihr Oberschenkel berührt sowie versucht, sie zu küssen. Beck wehrte sich und verbrachte die Nacht in ihrem Auto, bevor sie am nächsten Morgen eine Beschwerde bei ihren Vorgesetzten einreichte.

Obwohl Webber sich für sein Verhalten entschuldigte und ihm später eine Beförderung zuteilwurde, wurde die Angelegenheit nicht an die Polizei weitergeleitet, und die Armee ergriff keine weiteren Maßnahmen. Eine Untersuchung der Verteidigungsbehörden ergab jedoch, dass diese nachlässige Handhabung des Vorfalls Becks Tod letztlich mitverursachte.

Die Anklage gegen Major Hook und Colonel Shepherd basiert auf ihrer mangelnden Reaktion auf die Vorwürfe. Hook, der Beck nach dem Vorfall befragte, hatte der Soldatin nahegelegt, keine weiteren Schritte gegen Webber zu unternehmen. Er versuchte, die Angelegenheit als Entschuldigung von Beck zu interpretieren, um das Training abzubrechen, obwohl Beck weiterhin eine Untersuchung verlangte. Hook wies darauf hin, dass es keine Zeugen für den Vorfall gab und dass ein formeller Beschwerdeweg Webber möglicherweise schädigen könnte.

Colonel Shepherd, die vorgesetzte Offizierin bei der betroffenen Übung, wurde von Beck über die sexuellen Übergriffe informiert. Sie räumte später ein, dass sie das Vergehen zunächst nicht als sexuellen Übergriff betrachtete. Die Koroneruntersuchung ergab jedoch, dass Shepherd zu der Schlussfolgerung kam, dass der Vorfall eine „schwere Dienstpflichtverletzung“ darstellte. Dennoch ordnete sie an, den Vorfall lediglich administrativ zu behandeln, was zu einem weiteren Skandal führte, da der Fall zunächst nicht als schwerwiegender sexueller Übergriff kategorisiert wurde.

Angesichts dieser Mängel in der Behandlung der Beschwerde wurde die Untersuchung schließlich erweitert. Es wurde festgestellt, dass es einen schwerwiegenden Verstoß gegen die armeeinterne Disziplin und das Wohl der betroffenen Soldatin gab. Diese Mängel im Umgang mit den Vorwürfen führten dazu, dass die Armee ihre Verfahren zur Behandlung von sexuellen Belästigungen und anderen Beschwerden ausbaute. Das Ministerium für Verteidigung hat nach dem Tod von Beck eine spezielle Kriminalabteilung eingerichtet, die sich mit schweren Vorwürfen gegen die Streitkräfte befasst, und ein Taskforce gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ins Leben gerufen.

Die Tragödie und die anschließenden Ermittlungen haben das öffentliche Vertrauen in die Behandlung sexueller Übergriffe in der Armee erschüttert. Der Minister für die Streitkräfte, Al Carns, räumte ein, dass der Fall „ein erschreckendes Versagen des Systems“ war und kündigte an, dass seitdem viele Verbesserungen in den internen Verfahren der Armee vorgenommen wurden.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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