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Metropolitan Police entschuldigt sich für Überwachung der Familie von Ricky Reel

Die Mutter des vor fast drei Jahrzehnten im Fluss Thames tot aufgefundenen Ricky Reel hat von Albträumen berichtet, die sie aufgrund der Überwachung ihrer Familie durch die Metropolitan Police verfolgt. Sukhdev Reel, die in ihrer schlaflosen Nacht „Augen, die mich überall verfolgen“ und „eine Hand an meinem Hals“ sieht, erinnert sich an die Übergriffe des Geheimdienstes der Polizei. Diese Entschuldigung von Polizeichef Sir Mark Rowley, der die Überwachung als „vollständig nicht zu entschuldigen“ bezeichnet, kam, nachdem die Polizei eine „ganz andere Agenda“ verfolgte, als sie die Gerechtigkeitskampagne ihrer Familie überwachte.

Rassistische Angriffe und ungelöster Fall

Im Oktober 1997 war Ricky, ein 20-jähriger Student, auf einer Nacht aus in Kingston-upon-Thames, als er mit seiner Gruppe asiatisch-stämmiger Freunde Opfer eines rassistischen Übergriffs wurde. Nach der Attacke rannte die Gruppe auseinander, doch Ricky blieb vermisst, bis sein Körper eine Woche später im Fluss Thames aufgefunden wurde. Trotz der offensichtlichen rassistischen Motive wurde niemand verhaftet, und der Fall blieb ungelöst.

Die Familie von Ricky Reel stellte bald die Vermutung auf, dass ihr Sohn ermordet worden war, und begann die Kampagne „Justice for Ricky Reel“, um auf die Mängel in der Untersuchung hinzuweisen. Was sie jedoch nicht wussten, war, dass während dieser Zeit das Special Demonstration Squad (SDS) der Metropolitan Police heimlich Informationen über die Familie sammelte, die versuchte, das Verbrechen aufzuklären.

Ein Undercover-Polizist namens David Hagen, bekannt als HN81, sammelte Daten über die Familie und ihre Unterstützer. Sukhdev Reel berichtete von einer besonders erschreckenden Erfahrung, als ein vermeintlicher „Unterstützer“ sie in einem Auto nach Hause fuhr, wobei er in Wirklichkeit ein Undercover-Beamter war. Diese Erfahrung löste bei ihr Albträume aus, in denen sie „Augen, die mich verfolgen“ und „eine Hand um meinen Hals“ sah.

Die Überwachung durch die Polizei geht zurück auf eine Zeit, als das SDS sich als angebliche Antirassismus-Kämpfer ausgab. Sie nahmen Berichte über die Angehörigen von Stephen Lawrence, einem rassistischen Mordopfer, und von Ricky Reel auf. Die Familie Reel fühlt sich von der Polizei nicht nur im Stich gelassen, sondern durch die Infiltration ihrer Kampagne noch mehr traumatisiert.

Rückblick und Entschuldigung der Polizei

Fast drei Jahrzehnten nach dem Tod von Ricky Reel wird die Rolle der Metropolitan Police in diesem Fall immer klarer. Die Familie fordert nicht nur eine öffentliche Untersuchung, sondern auch eine neue, gründliche Untersuchung des Falls. Sie sind überzeugt, dass noch immer Personen innerhalb der Polizei mehr wissen und dass sich die Loyalitäten über die Jahre hinweg geändert haben.

„Während wir uns nach Antworten sehnten, sammelte die Polizei Daten über uns und unsere Unterstützer“, sagte Tish Reel, die Schwester von Ricky. „Sie spionierten uns aus, weil sie befürchteten, unsere Kampagne könnte der nächste „Stephen Lawrence“-Fall werden und das Vertrauen in die Polizei untergraben.“

Die Familie ist besonders erbost darüber, dass während ihnen wiederholt mitgeteilt wurde, dass es an Ressourcen mangelte, um den Fall weiter zu verfolgen, die Polizei stattdessen Jahre damit verbrachte, ihre Familie auszuspionieren. „Es tut weh, dass sie sagten, sie hätten keine Mittel für die Untersuchung, aber sie hatten genug Personal, um uns zu überwachen“, sagte Sukhdev Reel.

Der stellvertretende Kommissar der Met Police, Jon Savell, entschuldigte sich und erklärte: „Die Berichterstattung über die Kampagne der Familie Reel war unnötig, nicht gerechtfertigt und völlig unentschuldbar. Es stellte ein kollektives Versagen der ethischen Urteilsbildung dar.“ Die Polizei betonte ihr Engagement, weiterhin aus den Fehlern zu lernen und der Familie eine umfassende Entschuldigung zu bieten, wenn die relevanten Beweise abgeschlossen sind.

Die Untersuchung des Undercover-Polizeieinsatzes geht weiter.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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