Manchester City droht Ausschluss aus der Champions League

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Nach SPIEGEL-Recherchen nahm die Uefa erneut Ermittlungen gegen den Fußballklub Manchester City auf. Jetzt steht laut Medienberichten die Verkündung des Ergebnisses bevor. Die Champions League könnte ohne den englischen Meister stattfinden.


Manchester City ist seit vergangenem Sonntag wieder englischer Meister und damit auch in der kommenden Champions-League-Saison dabei – eigentlich. Doch City könnte übereinstimmenden Medienberichten zufolge aufgrund von Verstößen gegen Regeln des Financial Fair Plays (FFP) aus der Champions League ausgeschlossen werden.

Nach Abschluss der Untersuchung der Finanzkontrollbehörde der Europäischen Fußball-Union (Uefa) werde erwartet, dass eine Empfehlung zum Ausschluss des Klubs vom wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb ausgesprochen werde. Dies berichtete die “New York Times” bereits am Montag. Am Dienstag bestätigte die Nachrichtenagentur AP in Bezug auf mit dem Fall vertrauten Quellen die Meldungen. Der Ausschluss ist damit aber noch nicht beschlossen. Wann genau City aussetzen müsste, ist ebenfalls noch offen.

Die Ermittlungen wurden auch durch Berichte des SPIEGEL in Zusammenarbeit mit dem Recherchenetzwerk EIC angestoßen. Am 2. März veröffentlichte der SPIEGEL Dokumente, aus denen hervor geht, wie City den Regelbruch plante. Am 7. März leitete die Uefa Ermittlungen gegen City ein.

Ausschluss von mindestens einer Spielzeit?

Wie die “New York Times” berichtet, sollen sich die Mitglieder der Finanzbehörde vor zwei Wochen in der Uefa-Zentrale in Nyon (Schweiz) getroffen haben, um die Untersuchungsergebnisse zu finalisieren. Es werde eine Empfehlung erwartet, die einen Ausschluss von mindestens einer Spielzeit fordert. Yves Leterme hat als Leiter der Untersuchung das letzte Wort, die endgültige Empfehlung soll noch im Laufe dieser Woche folgen. Unklar sei bislang, wann eine mögliche Sperre in Kraft treten würde.

Manchester City hatte die Ermittlungen Anfang März noch begrüßt und diese “als Gelegenheit” bezeichnet, um “die Spekulationen zu beenden”. Die Vorwürfe seien “völlig falsch”, teilte der Verein mit. Am Dienstag hatte City die Berichte der “New York Times” zurückgewiesen. Man kooperiere voll und ganz mit der Uefa-Finanzkontrollbehörde (CFCB IC) und verlasse sich auf “die Unabhängigkeit der CFCB IC und deren Verpflichtung zu einem ordnungsgemäßen Verfahren”, heißt es in einer Mitteilung des Klubs.

Manchester war durch die Football-Leaks-Veröffentlichungen unter Druck geraten. City-Eigentümer Scheich Mansour soll über Jahre verschleierte Zahlungen an den Verein geleistet haben. Dies legen Dokumente nahe, die dem SPIEGEL vorliegen. Abgewickelt worden sei dies über Sponsoren, die viel weniger bezahlt haben sollen, als im Vertrag festgeschrieben war. Die Differenz sei dann aus dem Privatvermögen des Scheichs geflossen.

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