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Lucy Letbys Eltern kritisieren Dokumentarfilm-Footage als „Verletzung der Privatsphäre“

Die Eltern von Lucy Letby haben sich lautstark gegen die Verwendung von Filmaufnahmen ihres Hauses in einer neuen Netflix-Dokumentation über ihre Tochter ausgesprochen. In einem Interview mit der „Sunday Times“ bezeichneten Susan und John Letby das Filmmaterial, das den Moment der Festnahme ihrer Tochter zeigt, als „komplette Verletzung der Privatsphäre“. Sie erklärten, dass es für sie vermutlich „tödlich“ wäre, die Doku zu sehen.

Veröffentlichung des Dokumentarfilms sorgt für Kontroversen

Die Doku mit dem Titel „The Investigation of Lucy Letby“ soll am Mittwoch, den 4. Februar, weltweit auf Netflix veröffentlicht werden. Die Eltern kritisieren vor allem die Verwendung von Aufnahmen aus ihrem eigenen Zuhause, das sie seit 40 Jahren bewohnen. Diese Bilder, die die Festnahme ihrer Tochter zeigen, wurden von der Polizei veröffentlicht und zeigen, wie Letby, während sie in ihrem Bett sitzt, von den Beamten abgeführt wird.

„Die bisherigen Programme über Lucy, wie Panorama und die fast täglichen Nachrichten, die zeigten, wie sie in Handschellen und einem blauen Trainingsanzug abgeführt wurde, waren schon herzzerreißend für uns“, sagte das Paar. „Aber diese Netflix-Dokumentation geht noch weiter. Wir wussten nicht, dass Aufnahmen in unserem Haus verwendet wurden“, so die Eltern weiter. Sie erklärten, dass es für sie eine „große Belastung“ sei, Bilder von Letby zu sehen, wie sie sich von ihrem geliebten Kater verabschiedet.

„Es ist eine komplette Verletzung der Privatsphäre, von der wir nichts gewusst hätten, wenn uns Lucy’s Anwalt dies nicht erzählt hätte“, erklärten sie. Die Letbys befürchten, dass ihr Heim durch die Doku zu einer „Touristenattraktion“ werden könnte.

Polizei und Dokumentarfilmer in der Kritik

Die Letbys hinterfragten auch, warum die Polizei das Filmmaterial veröffentlichte und warum sie nicht vorab informiert wurden. Sie äußerten den Verdacht, dass Detective Superintendent Paul Hughes, der in dem Fall ermittelte, eine „tiefe Abneigung“ gegen sie hege. „Warum durfte Paul Hughes, mit dem wir immer voll kooperiert haben, der Welt zeigen, was in unserem Haus geschah, während Netflix uns nicht einmal anständig informiert hat?“, fragten die Eltern.

Die Polizei von Cheshire gab im vergangenen Jahr bekannt, dass sie Beweise für acht potenzielle weitere Mordversuche und einen Mordfall aus der Zeit der Ermittlungen gegen Letby an die Staatsanwaltschaft übergeben hatte. Diese zusätzlichen Vorwürfe betrafen unter anderem den Countess of Chester Hospital und das Liverpool Women’s Hospital.

Letby, eine ehemalige Kinderkrankenschwester, wurde im August 2023 zu 15 lebenslangen Haftstrafen ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung verurteilt, nachdem sie sieben Neugeborene ermordet und bei weiteren sieben Babys Mordversuche begangen hatte. Im Rahmen der Ermittlungen wurden keine neuen Anklagen gegen sie erhoben, jedoch hat eine Gruppe von Aktivisten Berichte bei der Criminal Cases Review Commission eingereicht, um ihre Verurteilungen anzufechten. Letby wurde im Jahr 2024 zweimal die Genehmigung verweigert, gegen ihre Verurteilung Berufung einzulegen.

Die Veröffentlichung des „The Investigation of Lucy Letby“-Dokumentarfilms ist auf den 4. Februar angesetzt, und die Polizei von Cheshire sowie Netflix wurden um eine Stellungnahme gebeten.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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