Twittersmash

Nachrichten aus Idstein, Hessen & Deutschland

Twittersmash

Nachrichten aus Idstein, Hessen & Deutschland

Nachrichten

Londoner Nobelclub nach Vorwurf sexueller Nötigung vor Schließung


Lizenz unter Vorbehalt

Ein exklusiver Londoner Nachtclub steht nach einer schwerwiegenden Anschuldigung und mehreren Lizenzverstößen vor dem Aus. Die Polizei von Westminster hat bei der zuständigen Behörde beantragt, die Lizenz des etablierten Soho-Etablissements „The Box“ zu entziehen, nachdem ein männlicher Gast angeblich von einer Performerin sexuell genötigt wurde. Der Vorfall soll sich bereits am 22. Januar ereignet haben, wurde vom Club aber nicht umgehend gemeldet, wie es die Auflagen der Lizenz erfordert hätten.

Die Behörden stuften den Club daraufhin als „Risiko für die Öffentlichkeit“ ein. Bis zu einer vollständigen Anhörung am 25. Februar hat der Stadtrat von Westminster verschärfte Auflagen für den Betrieb verhängt. Sollte dem Antrag der Polizei stattgegeben werden, verliert „The Box“ die Erlaubnis zum Alkoholausschank und zur Darbietung sexuell expliziter Shows, was das Ende als Burlesque-Club bedeuten würde.

Ein Sprecher der Metropolitan Police bestätigte die Ermittlungen zu einer Anzeige wegen schwerer sexueller Nötigung und den Lizenzantrag. „Dieser Antrag wurde mit der Begründung von Kriminalität, Unordnung und öffentlicher Sicherheit gestellt, aus Sorge um die Fähigkeit des Veranstaltungsortes, seine Verpflichtungen zum Schutz seiner Gäste in Bezug auf die Sicherheit zu erfüllen“, hieß es. Bislang seien keine Festnahmen erfolgt.

Ein Club für Kenner und Prominente

Der seit 2011 in der Walkers Court ansässige Club ist für seine strikte Türpolitik und seine unkonventionellen, expliziten Live-Auftritte bekannt. Er lockt mit dieser Mischung aus Geheimniskrämerei und Spektakel eine illustre Gästeschar an, darunter Prominente wie Prinz Harry, Rihanna, Kate Moss und Cara Delevingne. VIP-Tische kosten etwa 5.000 Pfund. Zu den legendären, oft schockierenden Darbietungen der Vergangenheit zählten laut Berichten simulierte Dreier, als Schweine verkleidete Männer, die Essen von Strippern leckten, und eine Performerin namens „Laqueefa“, die bekannte Melodien mit ihren Genitalien spielte.

Laut den vom Westminster Council veröffentlichten Dokumenten verfügt der Club über eine Lizenz für sexuelle Vergnügungsstätten (SEV). Nach Sichtung von Aufnahmen sei klar, dass eine Reihe der damit verbundenen Bedingungen verletzt worden seien, ebenso wie Auflagen zu Aufzeichnungspflichten und Verhaltenskodizes. „Aufgrund der Schwere dieser Straftat, der verzögerten Maßnahmen durch den Veranstaltungsort und des Risikos für weitere Gäste sind die Polizei der Ansicht, dass die Räumlichkeiten die Lizenzziele in den Bereichen Kriminalitätsbekämpfung und öffentliche Sicherheit erheblich verfehlt haben“, heißt es in der Begründung.

Die Polizei kündigte an, die Einhaltung der Lizenzauflagen nun genau zu überwachen. „The Box“, der auch eine Schwesterlocation in New York betreibt, wurde um Stellungnahme gebeten. Das endgültige Schicksal des Clubs wird der Stadtrat Ende des Monats entscheiden.

Avatar-Foto

Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert