“Land und Wirtschaft – Wer erntet?” sagt Ulm. – Ausstellung im Museum Brot und Kunst

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“Land und Wirtschaft – Wer erntet?” sagt Ulm. – Ausstellung im Museum Brot und Kunst

Landwirte aus Tansania und Deutschland beteiligen sich an der Ausstellung “Land und Wirtschaft – Wer erntet?” im Ulmer Museum Brot und Kunst.

“Wer erntet von Land und Wirtschaft?” – Ausstellung im Museum Brot und Kunst

John Nguruwe ist ein 32-jähriger Mann aus Afrika. Er ist Bauer mit fünf Kindern aus einer tansanischen Gemeinde. Nguruwe besitzt einen halben Hektar Land, auf dem er Zwiebeln, Tomaten und Salat anbaut sowie fünf Schweine, sechs Hühner und vier Enten hält: eine kleinbäuerliche Existenz, hauptsächlich für den Eigenbedarf – eine begrenzte Menge der Produkte wird verkauft. John Ngurus Erzählung ist eine von zwanzig, die auf Tafeln in der neuen Ausstellung “Land und Wirtschaft – Wer erntet?” im Obergeschoss des Museums Brot und Kunst zu sehen sind, in der Bauern in Tansania und Deutschland als erste und unmittelbar Betroffene von agrarpolitischen Entscheidungen zu Wort kommen.

Strafen, Vertrauen und Interessenkonflikte in der Saatgutindustrie

“Ich würde gerne mehr eigenes Land haben. Aesemisi Shwelekell argumentiert, dass zwei Hektar mehr ausreichen würden, um ihre Familie zu ernähren und ihre Kinder zur Schule zu schicken. In den Lebensgeschichten aus Tansania geht es um Landaneignung, also den billigen Kauf von Land, der für Großinvestoren einfach ist, weil es in Tansania kein geschriebenes Landgesetz gibt; um Strafen für die Verwendung von eigenem Saatgut, um Abhängigkeiten und Interessenkonflikte, so Irina Cachay, eine Peruanerin, die für das Forum für internationale landwirtschaftliche Zusammenarbeit in Hamburg arbeitet. Cachay ist Naturpädagogin, Agronomin und Waldorf-Gartenbaulehrerin. Andererseits gibt es auch in deutschen Gemeinden Zukunftssorgen: das Bauernhofsterben, Nachwuchsmangel und die Vergiftung der Umwelt durch Dünger. Der Verlust der Artenvielfalt ist sowohl in Afrika als auch in Europa ein wiederkehrendes Phänomen.

Die Ausstellung wird bis zum 8. August zu sehen sein.

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