Labour MP kritisiert Kürzung der 38er Buslinie als Fehlentwicklung
Transport for London (TfL) sieht sich zunehmend Kritik ausgesetzt, nachdem Pläne bekannt wurden, die eine Kürzung einer der bekanntesten Buslinien Londons vorsehen. Die geplante Verkürzung der Linie 38, die derzeit von Victoria bis nach Hackney führt, würde künftig nur noch bis Holborn fahren – eine Entscheidung, die von prominenter Seite scharf kritisiert wird. Unter anderem meldet sich die Labour-Abgeordnete Meg Hillier zu Wort, die die Maßnahme als „Fehlentwicklung“ bezeichnet.
Wachsende Besorgnis über Busverbindungen und Infrastruktur
Hillier, die auch Vorsitzende des Haushaltsausschusses im britischen Unterhaus ist, bezeichnete die Buslinie 38 als „lebenswichtige“ Verbindung für die Bewohner von Hackney und anderen Teilen Londons. Sie argumentiert, dass die Linie als „Hackney-U-Bahn“ für die viele Pendler, die nicht auf die Londoner U-Bahn angewiesen sind, unverzichtbar sei. Besonders betont Hillier, dass die Linie unter anderem für Pflegekräfte, Einzelhandelsangestellte und Theaterbesucher von großer Bedeutung sei.
Die geplante Kürzung der 38er Linie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem TfL bereits mit einem stetigen Rückgang der Buspassagierzahlen zu kämpfen hat. Trotz der Tatsache, dass Busse in London mehr als fünf Millionen Fahrten pro Tag befördern, ist die Verkehrspolitik zunehmend zugunsten von Fahrradfahrern ausgerichtet. So hat die Stadt in den letzten Jahren über 400 Kilometer Fahrradwege ausgebaut, während die Zahl der Busspuren bei rund 300 Kilometern stagniert.
Der Unterschied zwischen den Verkehrsmitteln wird in den Zahlen deutlich: Fahrradfahrten in London liegen mit rund 1,2 Millionen täglichen Fahrten bei weniger als einem Viertel der Busfahrten. Dennoch sorgt der zunehmende Fokus auf Fahrradinfrastruktur für Spannungen. Während für Radfahrer jährlich neue Routen entstehen, gibt es nur eine begrenzte Anzahl neuer Busspuren – eine Entwicklung, die von vielen Politikern und Pendlern kritisch hinterfragt wird.
Forderung nach mehr Priorität für Busse
Ein weiteres Problem, das zu der Kritik beiträgt, ist der zunehmende Verkehrsstaus, dem auch die Busse in London ausgesetzt sind. Durch die enge Verkehrsführung und die ständige Überlastung sind die Busgeschwindigkeiten gesenkt worden, was die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs beeinträchtigt. Während das Fahrradfahren zunimmt, werden die Busse in den Hauptverkehrszeiten immer langsamer, was wiederum die Passagierzahlen schrumpfen lässt.
In einer Untersuchung der Londoner Versammlung zu Straßennutzung und Verkehrsstaus wies Hina Bokhari, Mitglied der Lib-Dem, darauf hin, dass die Fahrradförderung auf Kosten der Busnutzung gehe. Sie stellte die Frage, ob TfL in der Tat eine Politik verfolge, die „pro-fahrrad“ und nicht „pro-bus“ sei, und verwies auf die problematischen Kürzungen wichtiger Busverbindungen.
Christina Calderato, Direktorin für Verkehrsstrategie bei TfL, wies darauf hin, dass Busspuren aufgrund der benötigten Fläche schwieriger zu implementieren seien als Radwege. „Ein Busspur erfordert mehr Platz und kann schwieriger umzusetzen sein, da sie oft auf stark frequentierten Routen verläuft“, erklärte Calderato. Dennoch sind weitere Maßnahmen geplant, um die bestehenden Busspuren effizienter zu gestalten, insbesondere durch die Fokussierung auf die 100 wichtigsten Busspuren der Stadt.
Ob diese Änderungen den Rückgang der Busnutzer stoppen können, bleibt abzuwarten. Aktivisten und Politiker warnen, dass die Kürzung von Buslinien nur zu noch weniger Fahrgästen führen könnte, wodurch ein Teufelskreis entstehen würde, der die öffentlichen Verkehrsmittel weiter unter Druck setzt.