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Kurorte in Bayern suchen nach Therapien der Zukunft

Kurort, Kneipp-Stadt, Heilbad – über 300 sogenannte Prädikatgemeinden machen Bayern laut Innenministerium zum Spitzenreiter im Kurort-Tourismus. Trotzdem müssen sich die Gemeinden fit für die Zukunft machen. Gesundheit ist ein hart umkämpfter Markt.

Entspannen, zur Ruhe kommen, Kraft tanken, um anschließend gesund und ausgeglichen in den Alltag zurückzukehren. Das ist die Idee von Kuren. In Bayern nutzen Patienten laut Barmer, AOK und Techniker Krankenkasse immer häufiger diese ambulanten und stationären Vorsorgeleistungen auch in bayerischen Kurorten und Heilbädern. Insgesamt gibt es im Freistaat 360 sogenannte Prädikatgemeinden, womit er laut Innenministerium Spitzenreiter im Kurort-Tourismus ist.

Kurorte profitieren vom Prädikat

Um ein Prädikat als Heilbad, Kneipp-Heilbad oder Luftkurort zu bekommen, werden die Gemeinden vom Innen- und Gesundheitsministerium geprüft. Zum Beispiel müssen Luftqualität, Klima und Infrastruktur stimmen. Alle zehn Jahre folgt eine Kontrolle, ob die Kriterien weiterhin erfüllt werden. Mit der Auszeichnung können Gemeinden eine Kurtaxe von ihren Gästen erheben und weitere Fördermittel beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beantragen.

Auch die Menschen im ländlichen Raum profitieren von der Auszeichnung als Prädikatgemeinde. Denn laut Wirtschaftsministerium sind die Kurorte und Heilbäder ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, weil sie bayernweit rund 100.000 Arbeitsplätze sichern und einen Jahresumsatz von fast viereinhalb Milliarden Euro bringen.

Kurorte fit für die Zukunft machen

Trotzdem müssen die Gemeinden mit der Zeit gehen. Laut Wirtschaftsministerium ist der Gesundheitstourismus ein hart umkämpfter Markt. Auch Kliniken und einzelne Hotels bieten Wellness und gesundheitstouristische Aktivitäten. Um sich im Wettbewerb behaupten zu können, suchen die bayerischen Kurorte und Heilbäder deshalb nach neuen Angeboten.

Der Bayerische Heilbäderverband hat in Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium und dem Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der LMU München ein neues Projekt gestartet. Die Kurorte und Heilbäder sollen in Zukunft auch das medizinisch-therapeutische Potenzial von ihren Wäldern nutzen. In 15 Pilotorten werden Kur- und Heilwälder gesucht und sogenannte Waldgesundheitstrainer und –therapeuten ausgebildet.

Das Geschäft mit der Gesundheit geht gut

Die Angebote in den Kurorten sind gefragt: Von Januar bis November 2019 haben nach Angaben von Bayern Tourismus die Prädikatgemeinden mehr als 12 Millionen Ankünfte verzeichnet. Von 2009 bis 2018 war das ein Zuwachs von 40,5 Prozent. “Jede vierte Übernachtung ist Bayern findet damit in einem Kurort oder Heilbad statt”, sagt der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbands, Klaus Holetschek.