Künstler und Aktivist Kigame wirft Regierung politisch motivierte Steuerdrangsalierung vor
Der Gospel-Musiker und politische Aktivist Reuben Kigame hat schwere Vorwürfe gegen die Regierung von Präsident William Ruto erhoben. Er spricht von einer systematischen Schikane durch das Kenya Revenue Authority (KRA), die darauf abziele, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.
Steuerbehörde als Druckmittel?
Kigame, der 2027 selbst als Präsidentschaftskandidat antreten will, berichtete aus seiner Basis in Eldoret von aggressiven Steuerforderungen und Prüfungen. Diese seien politisch motiviert und eine direkte Reaktion auf seine regierungskritische Haltung. „Es ist ein Muster der Belästigung“, sagte Kigame. Besonders brisant: Während das KRA ihn wegen angeblicher Steuerverfehlungen verfolge, nutze der Staat sein Lied „Huniachi“ bei öffentlichen Paraden und Staatsaktionen, ohne dafür Künstlerhonorare zu zahlen.
Seine aktuellen Probleme führt der Musiker auch auf seine gescheiterte Präsidentschaftskandidatur 2022 zurück, als er von der Wahl ausgeschlossen wurde. Er deutete an, die politische Führung fürchte seine moralische Glaubwürdigkeit.
Vor diesem Hintergrund wies Kigame die jüngsten Steuererleichterungen der Regierung für Geringverdiener als „kosmetischen Nebelwerfer“ zurück. Es handle sich um einen populistischen Trick, der vom systematischen Raub öffentlicher Ressourcen ablenken solle. Die geringfügigen Anpassungen stünden in keinem Verhältnis zu den explodierenden Lebenshaltungskosten. Der durchschnittliche Arbeiter habe am Monatsende nur noch „Erdnüsse“ übrig, so Kigame.
Appell für moralische Führung
Der Aktivist forderte Präsident Ruto auf, zunächst Lebensstil-Prüfungen in seinem inneren Zirkel anzuordnen, bevor man Künstler und Bürger drangsaliere. Er warf der Führung vor, mit plötzlichem Reichtum zu prahlen, dessen Quelle fragwürdig sei. „Wenn ein Führer Millionen bei einer Harambee-Spendenaktion gibt, muss man fragen: Wessen Geld ist das? Sind es unsere Steuern?“, so Kigame.
Er betonte, das Kernproblem Kenias sei keine Ressourcenknappheit, sondern eine „Werte-Krise“. Der Regierung fehle die moralische Autorität, Steuerehrlichkeit einzufordern, während sie selbst in Korruptionsskandale verwickelt sei. Die Regulierungsbehörden wie die Copyright Society of Kenya (MCSK), die Künstlerhonorare verwalten sollte, versagten dabei kläglich.
Für den Fall, dass die „strafenden“ Wirtschaftsmaßnahmen und die gezielte Schikane andauern, kündigte Kigame die Mobilisierung der Bevölkerung für zivilen Ungehorsam an. Seine Kritik richtet sich besonders an das „Hustler“-Narrativ, das Ruto an die Macht brachte und das nun, laut Kigame, die einfachen Leute verrate.
Mit seiner scharfen Kritik positioniert sich Kigame als alternative Oppositionsstimme jenseits des etablierten Raila-Ruto-Dualismus. Seine Botschaft findet zunehmend Gehör bei einer wachsenden Schicht enttäuschter Jugendlicher und Berufstätiger, die sich von einem übereifrigen Steuerregime unter Druck gesetzt und von gebrochenen Versprechen im Stich gelassen fühlen.