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Korona: Samstagsvorlesungen und digitale Lehre an den Universitäten?

Bayerische Hochschulen müssen ihr Sommersemester wegen Corona-Präventionsmaßnamen komplett umorganisieren. Heute standen Krisensitzungen an, auch in Ober- und Mittelfranken. Die Studierenden werden sich auf Änderungen einstellen müssen.

Heute standen an bayerischen Hochschulen Krisensitzungen an. Denn: das Sommersemester muss wegen Corona-Präventionsmaßnamen komplett umorganisieren werden.

Die Semesterferien sind um fünf Wochen verlängert. Das gilt für alle Hochschulen in Bayern – als Corona-Schutzmaßname. Auch in Ober- und Mittelfranken stellt das die Hochschulen vor immense organisatorische Herausforderungen. Bis zum 20. April sind erst mal alle Lehrveranstaltungen abgesagt, wie auch bei den Unis. Danach müssen die Hochschulen aber aufholen: es könnte zu Seminaren am Samstag und viel digitaler Lehre kommen.

Seit der Bekanntgabe der Nachricht am Dienstag (10.03.20) liefen die Studierenden Sturm. Fragen über Fragen: Kann man sich trotzdem immatrikulieren? Finden Abschlussprüfungen statt? Hat die Mensa noch offen? “Der Beschluss ist für die Hochschule sehr überraschend gekommen”, sagt der Sprecher der Hochschule Ansbach Michael Lang. Nach einer Krisensitzung des Hochschulpräsidiums wurde inzwischen eine Hotline eingerichtet. Dringlichste Fragen und Antworten werden außerdem auf der Homepage der Hochschule veröffentlicht.

Die Hochschulen planen unterschiedliche für sie passende Maßnahmen. Das Ministerium für Wissenschaft und der Dachverband der Hochschulen Bayern koordinieren außerdem übergreifend. Die staatlichen Hochschulen im Freistaat wurden vom Ministerium gebeten dafür zu sorgen, dass Lehrveranstaltungen nachgeholt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass Studierende alle im Sommersemester 2020 vorgesehenen Studienleistungen erbringen können, so eine Ministeriumssprecherin.

Das bedeutet jedoch, dass eventuell samstags oder an eigentlich vorlesungsfreien Tagen Lehrveranstaltungen angeboten werden müssten. An der Hochschule in Hof überlege man das derzeit, so eine Sprecherin der Hochschule. Wie genau das funktionieren könnte, muss noch geplant werden. Auch an der Technischen Hochschule Nürnberg denkt man über Samstagsvorlesungen nach: “Wir hoffen, dass die Studierenden die Lehre auch am Samstag annehmen werden”, meint Vizepräsident Prof. Niels Oberbeck. Da es generell keine Anwesenheitspflicht gäbe, stehe es den Studierenden frei, diese dann wahrzunehmen.

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften in Coburg ist derzeit schon auf der Suche nach Ersatzterminen für Prüfungen. Wie eine Sprecherin dem BR sagte, stehe man zudem vor der Frage, wie Studierende, die ins Praxissemester gehen, die fehlenden Wochen nachholen. Ein erster Lösungsvorschlag sieht vor, dass E-Learning-Plattformen die Veranstaltungen ersetzen und Studierende dadurch von Hause schon vorarbeiten können. “Alles was keine Präsenzzeit erfordert, soll digital stattfinden”, meint auch der Vizepräsident der TH Nürnberg.

Kleinere Hochschulen wie die Kunsthochschule in Nürnberg nehmen die Semesterverkürzung eher “gelassen in Kauf”, wie Hochschulpräsident Prof. Holger Felten dem BR sagte. Es bestehe ein enger persönlicher Kontakt zu allen Studierenden, etwa einer Südtirolerin, die derzeit aus dem Sperrgebiet nicht nach Nürnberg zurückkehren kann. Dennoch wurden alle Werkstätten bis auf weiteres geschlossen. Abschlussprüfungen werden wenn dann nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Ob das Sommersemester in die vorlesungsfreie Zeit im Sommer verlängert wird, wird derzeit mit den Hochschulen abgeklärt, so eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums. Man würde täglich neu justieren, ob die Maßnahmen so sinnvoll seien.

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