Press "Enter" to skip to content

Killer’s Security: Datenlecks

In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer diesmal über Datenlecks an der Uni Erlangen und beim Deutschen Roten Kreuz. Windows 10 hingegen gibt erstaunlicherweise keine Nutzerdaten preis, aber nur, wenn man viel zahlt.

Wieder viel los diese Woche: Datenskandale bei den einschlägig Verdächtigen, Google und Twitter, aber auch beim Deutschen Roten Kreuz in Brandenburg und an der Uni Erlangen. In Brandenburg hat sich ein 18-jähriger Hacker ohne große Mühe Zugriff auf einen zentralen Rot-Kreuz-Rechner verschafft und hätte – wenn er in böser Absicht gehandelt hätte – etwa lebenswichtige Krankentransporte verhindern können. Nicht ganz so schlimm war’s in Erlangen. Aber immerhin sind da persönliche Daten von Studentinnen und Studenten frei zugänglich im Netz gestanden, Name, Geburtsdatum, Mail und Handynummer.

Verschwiegenes Windows 10

Ist jetzt ein Fall für den bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz. Dessen Tätigkeitsbericht für 2019 ist gerad erschienen. Ein interessantes Thema darin: Datenschutz unter Windows 10. Gibt’s nicht, sagt der frustrierte Nutzer. Doch, irgendwie schon, steht im Tätigkeitsbericht des Landesbeauftragten. Er und seine Kollegen aus den anderen Bundesländern haben das mal ausprobieren lassen: Windows 10, Version 1909, lässt sich demnach so konfigurieren, dass keine Nutzerdaten an Microsoft übertragen werden, gar keine, auch die dubiosen sogenannten Telemetrie-Daten nicht. Ist doch schön. Das Dumme ist nur: Das geht nur bei der Enterprise-Version, also der für große Unternehmen mit vielen Windows-10-Rechnern. PCs mit Windows Pro und Home hingegen melden regelmäßig nach Redmond, was so abgeht auf den Rechnern der Kundschaft.

Browser-News

Neue Browser gibt’s, den Chrome, Nummer 80, und Opera, Nummer 56. Letzterer für Android-Handys. Bei beiden geht es darum, trotz des vielen Werbe-Mülls noch einigermaßen ungestört surfen zu können. Der neue Chrome versucht, wie schon zuvor der Firefox, Push, Pop-up und Pop-under in den Griff zu bekommen. Und der neue Opera für Android hat einen Lesemodus bekommen. Da werden unter anderem Anzeigen ausgeblendet.

Emotet-Falle

Und einer darf nicht fehlen in den Online-Nachrichten: der schlechte, alte Emotet, das übelste Stück digitales Ungeziefer, das derzeit kursiert. Da gibt’s jetzt ein eigenes Schutzprogramm, das nach ihm sucht. Und es erkennt ihn an seiner Arbeitsweise, also nicht an einer Code-Sequenz mit Hilfe einer sogenannten Signatur, sondern daran, wie er vorgeht, wie er sich ausbreitet und wie er Schadmodule nachlädt. Das geschieht nach einem bestimmten Muster. Und daran erkennt ihn das Schutzprogramm. EmoCheck heißt es und steht auf github.

Türschlösser mutieren zu Zombies

Und die Meldung zum Schluß: Cyberkriminelle greifen derzeit smarte Tüschlösser der Firma Nortek Security & Control an, infizieren sie mit Schad-Software und wollen ganz offenkundig damit einmal Denial-of-Service-Attacken fahren. Tausende infizierter Türschlösser sollen dann irgendwelche Server überlasten. Das ist das Internet der Dinge: Da werden Türschlösser zu Zombies, wie zuvor schon Fernsehgeräte und Babyphones.

Weitere Ausgaben von Killer’s Security finden Sie hier.