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Kid Rock kritisiert Ticketmaster-Merger vor dem US-Senat

Am 28. Januar 2026 trat Kid Rock vor den US-Senat, um seine scharfe Kritik an der Ticketing-Industrie zu äußern, insbesondere gegen die Fusion von Live Nation und Ticketmaster. Die Anhörung des Ausschusses für Handel, Wissenschaft und Transport trug den Titel „Gebühren rollen den ganzen Sommer lang: Untersuchung der Live-Entertainment-Industrie“, und der Musiker war der Hauptzeuge. Dabei wählte er klare Worte, um die Dominanz von Ticketmaster und Live Nation anzuprangern.

Kid Rock, mit bürgerlichem Namen Robert Ritchie, wurde von Senatorin Marsha Blackburn aus Tennessee zu der Sitzung geladen. In seiner Stellungnahme stellte er klar, warum er den Schritt wagte: „Ich bin hier, weil ich Gott liebe, dieses Land liebe, Live-Musik und Sport liebe und weil ich der Meinung bin, dass Musikfans und Künstler viel zu lange vom Ticketing-System über den Tisch gezogen wurden“, erklärte er. Er betonte, dass er der einzige Künstler sei, der sich gegen die Industrie stelle, da viele andere aus Angst, sich gegen die großen Akteure zu stellen, schweigen würden.

Der Musiker, der selbst schon häufig im Rampenlicht stand, ging in seiner Rede auf die Fusion von Live Nation und Ticketmaster ein, die 2010 als Experiment zur Förderung von Künstlern und zur Senkung der Ticketpreise angekündigt worden war. Doch Kid Rock erklärte, dass dieses Experiment, das als Chance für die Künstler präsentiert wurde, „miserabel gescheitert“ sei. „Unabhängige Veranstaltungsorte wurden zerstört. Künstler haben ihre Macht verloren. Die Fans zahlen mehr denn je und werden dafür noch verantwortlich gemacht“, sagte er. Für ihn war die Fusion kein Schritt in die richtige Richtung, sondern die Schaffung eines „Monopols, das als Innovation getarnt wurde.“

Forderungen nach drastischen Veränderungen

Im Zentrum von Kid Rocks Kritik stand der Mangel an Kontrolle, den Künstler über den Ticketverkauf haben. „Kein Künstler sollte gezwungen sein, seine Tickets zu verkaufen, ohne Einfluss darauf zu haben, wer sie verkauft und wie sie verkauft werden“, erklärte er. Er forderte einen grundlegenden Wandel in der Machtverteilung und schlug vor, dass die großen Ticketanbieter aufgebrochen werden sollten. Ein weiteres seiner Anliegen war, den Weiterverkauf von Tickets auf maximal 10% über dem Originalpreis zu begrenzen. Er stellte auch den Einsatz von Technologie zur Bekämpfung von Ticket-Bots in Aussicht, die Tickets innerhalb von Sekunden aufkaufen, um sie später zu überhöhten Preisen weiterzuverkaufen.

„Ich bin ein Kapitalist, ich bin ein Freund von Deregulierung“, gab er zu, „aber in diesem Fall gibt es keinen anderen Weg, als eine Preisobergrenze festzulegen.“ Er forderte auch von den Gesetzgebern, dass Künstler mitbestimmen dürften, welche Unternehmen ihre Tickets verkaufen, und dass es harte Strafen für jene geben müsse, die Tickets ausschließlich zum Weiterverkauf aufkaufen.

Die Anhörung folgte auf eine Welle regulatorischer Prüfungen. Im September 2025 hatten US-amerikanische Aufsichtsbehörden Ticketmaster und Live Nation wegen angeblich illegaler Weiterverkaufstaktiken verklagt. Diese Praktiken sollen den Verbrauchern Millionen von Dollar gekostet haben. Im selben Jahr verabschiedete der Ausschuss den sogenannten TICKET Act, der von Ticketverkäufern verlangen würde, die gesamten Ticketkosten – einschließlich aller Gebühren – im Voraus anzuzeigen und spekulative Ticketverkäufe zu verbieten. Der TICKET Act ist nur eine von mehreren legislativen Initiativen, die darauf abzielen, mehr Transparenz und Fairness in den Ticketmarkt zu bringen.

Die Kritik von Kid Rock ist nicht auf die USA beschränkt. Auch im Vereinigten Königreich gab es ähnliche Beschwerden über „dynamische Preisgestaltung“ und Missbräuche auf dem Sekundärmarkt, was zu neuen Regeln führte, die den Weiterverkauf von Tickets über dem Originalpreis verbieten. Die Wettbewerbs- und Märktebehörde warnte Ticketmaster, es könnte gegen das Gesetz verstoßen haben und Fans bei den Ticketverkäufen zur Oasis Live ’25 Reunion Tour getäuscht haben. Auch im Jahr 2025 kündigten britische Abgeordnete an, den Verkauf von Tickets zu einem höheren Preis zu verbieten.

„Ich habe nichts zu verlieren“, sagte Kid Rock zum Schluss seiner Rede. „Ich habe keine Verträge, die mich fesseln.“ Diese Haltung, gepaart mit seinen direkten Worten, traf einen Nerv bei vielen Fans und Gesetzgebern, die ebenfalls mit den hohen Ticketpreisen und der Intransparenz in der Branche unzufrieden sind. Der Kampf um den Ticketverkauf bleibt ein umstrittenes Thema in den USA und weltweit, und die Entscheidung, wie mit dem Ticketmarkt umgegangen wird, könnte die Zukunft des Live-Entertainments nachhaltig beeinflussen.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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