Keir Starmer fordert Andrew zur Aussage im Kongress-Untersuchungsausschuss auf
Sir Keir Starmer, der britische Premierminister, hat erklärt, dass Prinz Andrew Mountbatten-Windsor sich auf eine mögliche Untersuchung durch den US-Kongress vorbereiten sollte, nachdem neue belastende Dokumente über seine Verbindungen zu Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden. Während er eine Entschuldigung des Prinzen für den Vorfall nicht forderte, betonte Starmer, dass Andrew alle Informationen teilen sollte, die er über den Fall besitzt.
Der Premierminister machte deutlich, dass Opfer von Epstein Vorrang haben müssten. Starmer erklärte, dass jeder, der Informationen habe, bereit sein sollte, diese vor einem Untersuchungsausschuss zu teilen. „Es ist wichtig, dass sich alle Personen, die Informationen haben, darauf vorbereiten, diese zu teilen“, sagte Starmer und stellte klar, dass dies im Interesse der Opfer von Missbrauch durch Epstein geschehen müsse.
Neue Enthüllungen aus den veröffentlichten Dokumenten
In den letzten veröffentlichten Akten, die am 30. Januar 2026 durch das US-amerikanische Justizministerium freigegeben wurden, tauchen weitere verstörende Details zu Prinz Andrew auf. Eine der neuen Offenbarungen ist ein Bild, das den ehemaligen Herzog von York in einer kompromittierenden Pose zeigt, die möglicherweise in Epsteins New Yorker Anwesen aufgenommen wurde. Es sind auch Fotos aufgetaucht, die zeigen, wie Andrew 2011 und 2012 Bilder seiner Töchter Beatrice und Eugenie an Epstein schickte.
In den Akten gibt es auch eine Nachricht, in der Andrew Epstein zu einem Besuch nach Buckingham Palace einlädt. Dies geschah nach Epsteins Verurteilung 2008 wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen. In den Dokumenten wird Epstein zitiert, wie er vorschlug, Andrew mit einer „wunderschönen“ russischen Frau bekannt zu machen. Diese Austausch und die veröffentlichten Fotos werfen neue Fragen über die Art der Beziehung zwischen dem Prinzen und dem verurteilten Sexualstraftäter auf.
Ein Anwalt der Epstein-Opfer, Spencer Kuvin, drängt darauf, dass Andrew „alles, was er weiß“, preisgibt und warnte vor weiteren belastenden Beweisen, die möglicherweise in den kommenden Monaten veröffentlicht werden könnten. „Es wird noch mehr Fotos und Videos geben, die noch schädlicher für Andrew und die britische Regierung sein könnten“, sagte Kuvin und fügte hinzu, dass weitere Opfer von Epstein sich wahrscheinlich melden werden.
Die Entlassung von Andrew als königlicher Herzog im Jahr 2022, nach den Enthüllungen über seine Freundschaft mit Epstein, hat bereits einen Schatten auf die britische Königsfamilie geworfen. Seitdem hat Andrew alle Vorwürfe sexuellen Missbrauchs entschieden zurückgewiesen, darunter auch die Behauptungen von Virginia Giuffre, die beschuldigte, er habe sie im Rahmen von Epsteins Sexhandelsnetzwerk missbraucht. 2022 zahlte Andrew Millionen, um eine zivile Klage wegen sexuellen Übergriffs zu beenden.
Die neuen Veröffentlichungen umfassen auch weitere Korrespondenzen, die Epstein mit prominente Namen wie dem ehemaligen britischen Minister Peter Mandelson in Verbindung bringen. Mandelson hatte Epstein 2009 um einen Aufenthalt auf Epsteins Anwesen gebeten, was zu weiteren politischen und diplomatischen Fragen führen könnte.
Inmitten dieser Enthüllungen wird erwartet, dass der US-Kongress die vollständigen sechs Millionen Dokumente aus dem Epstein-Fall anfordert, von denen nur ein Teil bisher öffentlich gemacht wurde. Auch prominente Persönlichkeiten wie Elon Musk werden in den freigegebenen Akten erwähnt, wobei Musk laut eigenen Aussagen jedoch „sehr wenig Korrespondenz mit Epstein“ geführt und Einladungen, Epsteins Privatinsel zu besuchen, abgelehnt habe.
Es bleibt abzuwarten, wie sich diese neuen Enthüllungen auf die öffentliche Wahrnehmung von Prinz Andrew und die weiteren rechtlichen Schritte gegen Epstein und seine Vertrauten auswirken werden.