Keir Starmer betont Vorteile seiner China-Reise für Großbritannien
Der britische Premierminister Sir Keir Starmer wird am Mittwoch China besuchen, begleitet von einer Delegation aus fast 60 Vertretern britischer Unternehmen und Kulturinstitutionen. Der Besuch markiert den ersten britischen Ministerpräsidentenbesuch in China seit acht Jahren und unterstreicht Starmers Bestrebungen, die Beziehungen zu Peking wieder zu stärken.
Im Gespräch mit Journalisten auf dem Flug nach Beijing erklärte Starmer, dass der Besuch bedeutende Vorteile für Großbritannien bringen würde. „Die Tatsache, dass so viele CEOs mit uns reisen, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass es Chancen gibt“, sagte er. „Diese Chancen reflektieren sich auch in Großbritannien, wo sie zur Schaffung von Arbeitsplätzen und wirtschaftlichem Wachstum beitragen werden.“ Der Premierminister betonte, dass das Engagement mit China sowohl bestehende Konflikte ansprechen als auch künftige Kooperationen fördern solle.
Nachhaltiger Dialog mit China
Die Reise erfolgt in einem Kontext, in dem die Beziehungen zwischen Großbritannien und China unter der konservativen Regierung zuletzt angespannt waren. Seitdem hat die Labour-Partei jedoch mit einer Reihe von ministeriellen Besuchen die Weichen für eine erneute Annäherung gestellt. Starmer, der als erster britischer Premierminister seit Theresa May 2018 nach China reist, strebt einen „umfassenden und konsistenten“ Ansatz gegenüber China an. Dies soll verhindern, dass die britische Außenpolitik zwischen einem „goldenen Zeitalter“ und einem „Eiszeitalter“ schwankt, wie es unter der vorherigen Regierung der Fall war.
Der Premierminister steht jedoch unter Druck, im Rahmen seiner Gespräche mit Präsident Xi Jinping und anderen hochrangigen chinesischen Beamten auch Menschenrechtsfragen anzusprechen. Insbesondere die Inhaftierung des britischen Staatsbürgers und Hongkonger Demokratieaktivisten Jimmy Lai sowie die Behandlung der Uiguren sind zentrale Themen, die von britischen Politikern immer wieder thematisiert werden. Starmer wollte sich vorab nicht zu den spezifischen Punkten äußern, die er ansprechen will, und sagte, er wolle diese Themen im Gespräch mit den chinesischen Führern aufgreifen.
„In der Vergangenheit habe ich immer Themen angesprochen, die angesprochen werden mussten. Aber ich möchte nicht vorwegnehmen, was ich ansprechen werde, bis ich die Gelegenheit dazu habe“, erklärte der Premierminister.
Der Besuch wird als Teil einer breiteren Strategie gesehen, China als langfristigen Partner zu gewinnen, wobei auch bestehende Differenzen thematisiert werden sollen, um zukünftige Kooperationen zu fördern und gemeinsam Lösungen für globale Herausforderungen zu finden.