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Kapitän eines Schiffes für tödlichen Unfall in der Nordsee verurteilt


Schiffskollission forderte das Leben eines Crewmitglieds

Der russische Kapitän Vladimir Motin wurde für den tödlichen Zusammenstoß seines Schiffes, der Solong, mit dem Öltanker Stena Immaculate im März 2025 verantwortlich gemacht. Bei der Kollision vor der Küste von Yorkshire kam ein Crewmitglied ums Leben, und die Jury entschied, dass Motin wegen grober Fahrlässigkeit für den Tod des Filippinos Mark Angelo Pernia, 38, verantwortlich war.

Der Vorfall ereignete sich am 10. März um 9:47 Uhr, als die Solong unter der alleinigen Aufsicht von Motin den Stena Immaculate bei der Fahrt nahe des Humber Estuary rammte. Pernia, der auf dem Vorderdeck der Solong arbeitete, starb bei dem Brand sofort, jedoch wurde seine Leiche nie gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war seine Frau schwanger mit ihrem zweiten Kind, das zwei Monate nach dem Unfall zur Welt kam.

Motin, 59, aus St. Petersburg, hatte sich in einem achtstündigen Prozess am Old Bailey nicht emotional gezeigt, als das Urteil verkündet wurde. Die Jury erklärte ihn für schuldig. Er wurde in Gewahrsam genommen und soll am Donnerstag verurteilt werden.

Die Anklage argumentierte, dass Motin während des Vorfalls zahlreiche Fehler gemacht habe, darunter das Versäumnis, das Schiff vor der Kollision abzubremsen oder Hilfe zu rufen. Obwohl das Stena Immaculate auf den Radarschirmen der Solong 36 Minuten lang sichtbar war, ergriff der Kapitän keine Maßnahmen, um das Kollisionsrisiko zu verringern. Ein dramatisches CCTV-Video zeigte, wie das Feuer nach der Kollision die Schiffe ergriff. Die Besatzung des US-Tankers reagierte sofort, als sie den Zusammenstoß erlebte.

Ein weiteres schwerwiegendes Versäumnis war Motins Entscheidung, das Brücken-Wachmeldesystem der Solong auszuschalten, das sicherstellen sollte, dass jemand bei der Fahrt auf der Brücke wach bleibt. Diese Maßnahme wird als grob fahrlässig angesehen und trug erheblich zum Urteil bei.

In seiner Verteidigung gab Motin an, dass er den Vorfall aufgrund eines Fehlers bei der Bedienung des Steuergeräts nicht rechtzeitig verhindern konnte. Er sagte aus, dass er beim Versuch, das Schiff aus dem Autopilot-Modus zu nehmen, versehentlich die falsche Taste gedrückt habe. Doch die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass er durch diese Entschuldigung nur versuchte, von seinen schwerwiegenden Versäumnissen abzulenken.

Die Staatsanwältin Julia Faure Walker betonte, dass es offensichtlich gewesen wäre, dass Motin den falschen Knopf gedrückt habe, und dass er hätte wissen müssen, wie man diesen Fehler korrigiert. Sie beschrieb die Versäumnisse von Motin als „außergewöhnlich schlecht“ und als grobe Fahrlässigkeit, die letztlich zu einem tragischen und vermeidbaren Tod führte.

Nach der Verurteilung äußerte Michael Gregory vom Crown Prosecution Service, dass es ein „wunderbares Glück“ sei, dass bei dem Vorfall keine weiteren Todesopfer zu beklagen seien. Die Anklage erinnerte daran, dass die Solong und das Stena Immaculate mit gefährlichen und leicht entflammbaren Stoffen beladen waren, was die Gefahr eines verheerenden Unglücks noch verstärkte.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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