Kalabrien schärft Entwicklungskurs mit Fokus auf Wasser, Wohnen und neue Polizeikräfte
Strategische Neuausrichtung europäischer Fördermittel
Die Region Kalabrien hat eine bedeutende Umschichtung von Mitteln aus dem EU-Programm FESR-FSE 2021-2027 beschlossen. Ziel ist es, die Finanzströme zu bündeln und weg von einer historisch kleinteiligen, ineffektiven Verteilung zu kommen. „Diese Wahl ist nützlich, um die Zersplitterung der Ausgaben in tausend kleine Rinnsale zu vermeiden, eine unserer historischen Schwächen“, erklärte CISL-Generalsekretär Giuseppe Lavia. Stattdessen setzt die Region auf konzentrierte Investitionen in wenige Schlüsselbereiche.
Der neue Plan sieht vor, insgesamt 146 Millionen Euro für die Sicherung der Wasserversorgung, die Verbesserung der Wasserresilienz und ein integriertes Wassermanagement bereitzustellen. Zudem wird der soziale Wohnungsbau mit einer Aufstockung um mehr als 57 Millionen Euro gestärkt, was das Gesamtbudget auf 111 Millionen Euro anhebt. Diese Mittel sind für den Neubau bezahlbarer Wohnungen und die Sanierung bestehender Gebäude vorgesehen, mit besonderem Augenmerk auf entlegene Binnenregionen. Weiterhin sind 15,5 Millionen Euro für die Modernisierung des Zivilschutzes eingeplant.
Opfer für die Fokussierung
Diese Schwerpunktsetzung erforderte Kürzungen bei anderen Vorhaben. Besonders betroffen ist die Maßnahme zur „Wiederherstellung von Straßenbögen zur Verbesserung der Erreichbarkeit von Binnenregionen“, der 87 Millionen Euro gestrichen wurden. Lavia forderte jedoch Nachbesserungen: „Einige der von Kürzungen betroffenen Maßnahmen müssen wiederhergestellt werden, insbesondere die zur Wiederherstellung der Straßenbögen, indem ihre Finanzierung durch andere Programme sichergestellt wird.“ Auch beim Entwicklungs- und Kohäsionsplan plädierte er dafür, nicht gebundene Mittel für ein Großprojekt zur Revitalisierung von Industriegebieten und Hafenrückseiten zu nutzen, um fehlende Infrastrukturen zu bauen und Investitionen anzuziehen.
Parallel zu diesen strategischen Weichenstellungen erhielt die Provinz Reggio Calabria personelle Verstärkung für die öffentliche Sicherheit. Am 4. Februar 2026 begrüßte der Polizeichef (Questore), Dr. Paolo Sirna, 30 neue Vizepolizeiinspektoren in der Dienststelle. Die Beamten, die ihre Ausbildung an den Instituten in Nettuno und Spoleto absolviert hatten, wurden vor ihrem Praktikumseinsatz offiziell empfangen. Sirna betonte in seiner Ansprache die menschliche Dimension des Polizeiberufs: „Die Bedeutung der Rolle, die die Inspektoren in der Verwaltung spielen sollen, muss immer mit der menschlichen Dimension in Einklang gebracht werden, einem wesentlichen Merkmal, das die Arbeit jedes Polizeibeamten kennzeichnen muss.“ Anschließend wurden die neuen Kräfte von der Präfektin, Dr. Clara Vaccaro, empfangen, die ihnen für ihre Aufgaben alles Gute wünschte.
Die gleichzeitige Neuordnung der Investitionsprioritäten und die Stärkung der Sicherheitskräfte zeichnen das Bild einer Region im Umbruch. Kalabrien versucht, durch konzentrierten Mitteleinsatz bei zentralen Zukunftsthemen und die Betonung verantwortungsvollen öffentlichen Dienstes eine Wende einzuleiten. Ob diese kombinierte Strategie aus gezielten Infrastrukturinvestitionen und personeller Aufstockung den langjährigen Entwicklungsrückstand aufholt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen müssen.