Jury zieht sich im Vergewaltigungsprozess gegen Ex-Spandau-Ballet-Sänger Ross Davidson zur Beratung zurück
Die Jury hat sich im Vergewaltigungsprozess gegen den ehemaligen Spandau Ballet-Sänger Ross Davidson zurückgezogen, um über die Anklagepunkte zu beraten. Der 37-jährige Schotte, der unter dem Künstlernamen Ross Wild bekannt wurde, stand vor Gericht wegen Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen.
Anklagen im Überblick
Davidson, der aus Aberdeen stammt und in der Londoner Theaterproduktion „We Will Rock You“ auftrat, soll laut Anklage zwei Frauen sexuell missbraucht haben. Die erste Tat ereignete sich im März 2015 in London, wo er eine Frau vergewaltigt haben soll, während diese in seinem Bett schlief. Die zweite Frau war ein angebliches Opfer eines sexuellen Übergriffs im Dezember 2019 in Thailand. Diese Frau behauptet, dass Davidson sie in einem Hotelzimmer überfallen habe, als sie weder zustimmte noch einen Kondom benutzte.
Die Staatsanwaltschaft hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass Davidson 2019 ein Geständnis bezüglich der Anklage des Voyeurismus abgelegt hatte. Demnach filmte er die zweite Frau, während sie während des Übergriffs schlief, ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung. Die Polizei fand das Video auf Davidsons Mobiltelefon, was dazu führte, dass die Frau erst 2023 von der Existenz des Films erfuhr.
Davidson bestreitet jedoch die Anklagen der sexuellen Übergriffe und behauptet, dass alle sexuellen Handlungen einvernehmlich waren. In Bezug auf den Voyeurismusvorwurf gab er an, dass er die Zustimmung für den körperlichen Kontakt erhalten habe, jedoch das Filmen bedauere.
Der Prozess fand im Wood Green Crown Court in London statt, wo der Staatsanwalt Richard Hearnden argumentierte, dass Davidson, der als „Sexsymbol“ galt, diese Taten begangen habe, weil er glaubte, „Sex auf Abruf“ zu bekommen. Hearnden erklärte, dass der Angeklagte davon ausging, dass er immer die Zustimmung für sexuelle Handlungen erhielt, und auf eine solche „Rechtfertigung“ zurückgriff, wenn er diese nicht bekam.
Die mutmaßlichen Opfer lernten Davidson über die Dating-App Tinder kennen. Eine der Frauen schilderte, dass sie sich hilflos fühlte und aus Angst vor einer Reaktion nicht in der Lage war, sich gegen die Übergriffe zu wehren. Ein weiterer Vorfall in Thailand beinhaltete das Auffinden des Videos, auf dem die Frau schlafend und „unverantwortlich“ zu sehen war, was zur weiteren Untersuchung führte.
Davidson hat die sexuellen Übergriffe im Zusammenhang mit dem Vorfall in Thailand zurückgewiesen und behauptet, dass die sexuelle Interaktion auf gegenseitiger Zustimmung beruhte. Er bedauerte jedoch seine Entscheidung, die Situation zu filmen, und erklärte, dass er „es nie hätte tun sollen“.