Jury spricht Angeklagten nach Schießerei bei Schul-Footballspiel schuldig
Vom Spiel zum Verbrechen
Ein Freundschaftsspiel endete in einer Tragödie: Ein Geschworenengericht in Washington D.C. hat Antonio Hawley wegen Mordes ersten Grades verurteilt. Der 22-Jährige erschoss im Oktober 2021 den 26-jährigen Aaron Wiggins auf dem Sportplatz der Watkins Elementary School. Das Urteil vom 3. Februar 2026 beendet einen mehrjährigen Rechtsstreit.
Die Beweisaufnahme zeichnete ein klares Bild der Tatnacht. Am 6. Oktober 2021 gegen 22 Uhr eskalierte ein Wortgefecht nach einem Flag-Football-Spiel. Die Staatsanwaltschaft legte dar, wie Hawley eine Pistole aus einer Tasche holte und das Opfer attackierte. Siebzehn Schüsse fielen, dreizehn trafen Wiggins, der noch am Tatort starb.
Ein entscheidendes Beweisstück war Überwachungsmaterial der Schule. Es zeigte Hawley als letzten Personen auf dem Feld, bevor er mit einem Freund wegging. Dieser Freund, der die Waffe laut Aussage gekauft und zum Spiel mitgebracht hatte, trat als Kronzeuge der Anklage auf. Zudem passten Kleidungsbeschreibungen von Zeugen zu Hawleys Outfit, und Social-Media-Bilder zeigten ihn angeblich am selben Tag mit der Tatwaffe.
Widersprüche und ein Plädoyer
Die Verteidigung unter Anwältin Julie Swaney zweifelte die Beweislage an. Sie wies auf Ungereimtheiten in den Zeugenaussagen hin. Einige Zeugen hätten von einer schwarzen Skimaske gesprochen, die Überwachungsvideos zeigten aber eine andere Person. Mehrere hätten den Schützen nicht eindeutig identifizieren können. „Verwandeln Sie nicht eine Tragödie in zwei“, appellierte Swaney an die Geschworenen.
Die Staatsanwaltschaft räumte kleinere Widersprüche ein, betonte aber die Gesamtschau der Beweise. Zeugen seien „Menschen, keine Roboter“ und hätten ihr Bestes gegeben, ein traumatisches Ereignis zu schildern. Die Faktenlage sei erdrückend.
Neben Mord ersten Grades wurde Hawley auch des Waffenbesitzes während einer Gewalttat und des Führens einer Pistole ohne Lizenz für schuldig befunden. Die Verkündung des Strafmaßes durch Richterin Danya Dayson ist für den 10. April 2026 angesetzt.
Der Fall wirft Fragen zur Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen nach traumatischen Ereignissen und zur allgegenwärtigen Waffengewalt unter Jugendlichen auf. Für die Familie des Opfers bedeutet das Urteil einen Schritt zur Gerechtigkeit, nachdem sie über vier Jahre auf diesen Abschluss wartete. Die Verteidigung könnte in Berufung gehen, der rechtliche Kampf ist möglicherweise noch nicht beendet.