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Jack Thorne über den Einfluss von „Herr der Fliegen“ auf „Adoleszenz“

Der preisgekrönte Drehbuchautor Jack Thorne hat in einem Interview erklärt, dass die Ereignisse in William Goldings „Herr der Fliegen“ eine große Parallele zur heutigen Welt aufweisen und ihn bei der Entwicklung seines Emmy-prämierten Drehbuchs für „Adoleszenz“ beeinflussten. Thorne hatte das Glück, zur gleichen Zeit an einer Adaption von „Herr der Fliegen“ zu arbeiten und entdeckte, wie sich beide Werke wechselseitig beeinflussten.

Parallelen zwischen Populismus und den 1950er Jahren

Thorne betonte, dass die „Barbarei des Populismus“, die Golding in seinem 1954 veröffentlichten Klassiker beschrieb, heute noch immer relevant ist. Der Autor versuchte, die Schrecken und die Gewalt zu untersuchen, die er in der Gesellschaft seiner Zeit beobachtete, und Thorne sieht viele dieser Aspekte auch in der heutigen politischen Landschaft wieder. „Es gibt viele Parallelen zu dem, was wir jetzt erleben“, sagte Thorne, und fügte hinzu, dass das Thema Populismus inzwischen nicht nur in den USA, sondern auch weltweit präsenter geworden sei.

Er erklärte weiter, dass die Entwicklung der Geschichte von „Adoleszenz“ von Goldings Werk beeinflusst wurde und umgekehrt: „Ein Teil von Goldings Geschichte ist in „Adoleszenz“ eingeflossen, und ich bin sicher, dass auch ein bisschen von „Adoleszenz“ in „Herr der Fliegen“ eingegangen ist.“

„Herr der Fliegen“ wirft einen scharfen Blick auf Populismus, und Thorne sieht in der heutigen Welt eine ähnliche Dynamik. „Es ist ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, seit ich mit diesem Projekt begonnen habe“, sagte er. Thorne zufolge fühlt sich die Gesellschaft zunehmend in Lager gespalten, und viele Menschen haben das Gefühl, sich in diesen gewaltsamen und polarisierenden Diskursen sicherer zu fühlen.

Kritik an Lisa Nandy und den BBC-Kommentaren

Abseits seiner künstlerischen Arbeit äußerte Thorne auch seine Meinung zu den jüngsten Kommentaren der Kulturministerin Lisa Nandy zur Berichterstattung der BBC über das Glastonbury-Festival des letzten Jahres. Er kritisierte Nandy scharf und bezeichnete ihre Forderung nach Rücktritten als „wirklich falsch“. Thorne hielt es für unangemessen, dass sie den Verantwortlichen der BBC direkte Rücktritte abverlangte. „Die Erneuerung des BBC-Charters ist ein entscheidender Moment“, sagte Thorne. „Ich hoffe, dass die Regierung die Bedeutung der BBC erkennt und sie nicht als selbstverständlich ansieht.“

Jack Thorne ist nicht nur als Drehbuchautor bekannt, sondern auch als mehrfacher BAFTA- und Olivier-Award-Gewinner. In einem Interview mit „The Big Issue“ erinnerte er an den 100. Jahrestag der ersten funktionierenden Fernsehanzeige von John Logie Baird im Januar 1926, ein Moment, der die Entwicklung der modernen Medienlandschaft prägen sollte.

Das vollständige Interview mit Thorne ist in der aktuellen Ausgabe des „Big Issue“ zu finden, die derzeit von Straßenverkäufern angeboten wird.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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