Irland fordert Verbot von Social Media für unter 16-Jährige
Simon Harris, der irische Tánaiste, fordert ein striktes Verbot von Social Media für alle unter 16 Jahren. In einem Interview auf Virgin Media One betonte Harris, dass die Zeit der Selbstregulierung für soziale Netzwerke vorbei sei und nun gesetzliche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die digitale Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten. „Es kann nicht mehr der Wilde Westen sein“, sagte Harris, der für eine strikte Durchsetzung des digitalen Einwilligungsalters plädiert.
Verstärkte Durchsetzung des digitalen Konsensalters
Die Gesetzgebung zur digitalen Einwilligung, die 2018 im Rahmen des Datenschutzgesetzes eingeführt wurde, legt fest, dass die Zustimmung für die Nutzung von Online-Diensten ab 16 Jahren erforderlich ist. Dies bedeutet, dass Social-Media-Plattformen die Zustimmung der Eltern einholen müssen, bevor sie personenbezogene Daten von Kindern verarbeiten können. Harris erklärte, dass soziale Netzwerke in Zukunft nicht mehr „über dem Gesetz stehen“ dürften und kündigte an, dass ab März 2026 Maßnahmen zur Altersverifikation eingeführt werden sollen.
Die irische Regierung arbeitet bereits daran, Unternehmen zu ermutigen, in die Altersverifikation zu investieren. Harris betonte, dass einige soziale Netzwerke bereit seien, an dieser Initiative teilzunehmen. Er äußerte jedoch die Überzeugung, dass das Ziel langfristig ein völliges Verbot von Social Media für Kinder unter 16 Jahren sein sollte.
Harris sprach sich auch für härtere Strafen gegen Unternehmen aus, die gegen die bestehenden Datenschutzvorschriften verstoßen. Als Beispiel nannte er die kürzlich eingeleitete Untersuchung der Europäischen Kommission in Bezug auf das KI-Tool „Grok“, das derzeit auf die Einhaltung der EU-Datenschutzvorgaben überprüft wird. Diese Initiativen unterstreichen die zunehmende Bedeutung des Datenschutzes und die Notwendigkeit, junge Nutzer besser zu schützen.