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Innovatives NHS-Pilotprojekt kombiniert KI und Robotik zur schnelleren Erkennung von Lungenkrebs

Ein neues Pilotprojekt des britischen National Health Service (NHS) kombiniert Künstliche Intelligenz (KI) mit Robotik, um die Diagnose von Lungenkrebs zu beschleunigen. Diese bahnbrechende Technologie könnte dazu beitragen, den Krankheitsverdacht schneller zu bestätigen oder auszuschließen und so die Behandlung von Patienten erheblich zu verbessern.

Das Projekt, das von Guy’s and St Thomas’ NHS Foundation Trust geleitet wird, setzt KI-Software ein, um Lungenscans zu analysieren und verdächtige Stellen, sogenannte Knoten, zu markieren. Anschließend wird ein robotergeführter Katheter verwendet, um gezielte Biopsien direkt aus den Knoten zu entnehmen. Dieser Roboterkatheter ist in der Lage, auch sehr kleine Stellen ab einem Durchmesser von nur 6 mm zu erreichen, die häufig tief in der Lunge verborgen sind und in normalen Untersuchungen oft übersehen werden.

Frühzeitige Entdeckung dank präziserer Diagnosen

Die neue Technologie ersetzt invasive und zeitaufwendige Tests durch eine gezielte, schnelle Prozedur. Dies könnte dazu beitragen, Lungenkrebs in einem früheren Stadium zu erkennen und unnötige Wiederholungsscans zu vermeiden. Ein zusätzlicher Vorteil ist die Möglichkeit, Patienten schneller zu behandeln, was lebensrettend sein kann. Gesundheitsminister Wes Streeting, der selbst eine Roboteroperation zur Behandlung von Nierenkrebs durchlief, betonte, dass diese Technologie eine schnellere, präzisere Diagnostik ermögliche und so die Patientenversorgung revolutionieren könne.

Die Technik wurde bereits an 300 Patienten getestet, von denen 215 eine Behandlung wegen Krebs benötigten. Diese Tests zeigten, dass die Kombination von KI und Robotik ein großes Potenzial für die Lungenkrebsdiagnose bietet. Das Pilotprojekt wird nun mit weiteren 250 Patienten fortgesetzt, und es sind Pläne in Arbeit, das Verfahren auch an anderen renommierten Kliniken wie dem King’s College Hospital NHS Foundation Trust und dem Lewisham and Greenwich NHS Trust auszuweiten.

Im Rahmen des nationalen Lungenkrebs-Screening-Programms wurden seit 2019 mehr als 1,5 Millionen Menschen untersucht, wobei mehr als 49.000 neue Lungenkrebsdiagnosen und jährlich rund 33.000 Todesfälle durch die Krankheit verzeichnet wurden. Laut den offiziellen Prognosen könnte das Screening-Programm bis 2035 mehr als 50.000 Krebsfälle diagnostizieren, wobei viele davon in einem frühzeitigeren Stadium erkannt werden.

David Lindsay aus Streatham, der bereits von der neuen Technologie profitierte, ist ein Beispiel für den Erfolg des Verfahrens. Er wurde ursprünglich wegen eines vermuteten Blutgerinnsels im linken Bein untersucht, doch bei der Untersuchung wurde ein Knoten in seiner Lunge entdeckt. Durch die robotergestützte Biopsie konnte der Knoten schnell entfernt und als Lungenkrebs im frühen Stadium diagnostiziert werden. Lindsay ist sich sicher, dass seine Erkrankung ohne diese Technologie möglicherweise zu spät entdeckt worden wäre.

Das Pilotprojekt ist ein wichtiger Schritt im nationalen Plan zur Verbesserung der Krebsvorsorge, Diagnostik und Behandlung, der in Kürze veröffentlicht wird. Die Verantwortlichen hoffen, dass diese Innovation nicht nur zu einer schnelleren und genaueren Diagnose führt, sondern auch die Lebensqualität und -erwartung der Patienten erheblich verbessert.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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