In St. Ottilien gibt es ein musikalisches Vorspiel namens Ammersee.

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In St. Ottilien gibt es ein musikalisches Vorspiel namens Ammersee.

Der Lassus-Chor eröffnet die Konzertreihe in der Abteikirche. Der Chor äußert sich auf vielfältige Weise und mit einer großen Bandbreite an Interpretationen.

In St. Ottilien gibt es ein musikalisches Präludium.

Mit feierlicher Chor- und Instrumentalmusik eröffnete der Münchner Lassus-Chor die musikalische Konzertreihe in St. Ottilien.

Bernward Beyerle gründete den Chor vor mehr als 60 Jahren, und mit ihm erhielt die venezianische Polychormusik vokal und instrumental neuen Schwung. Diese Musizierpraxis, bei der quer durch den Raum gesungen und musiziert wird, um der Aufführung eine Art “Dolby Surround” zu geben, hat sich das Ensemble von seinem Gründer über seinen Sohn und Nachfolger als Leiter bis in die Gegenwart mit dem aktuellen Dirigenten bewahrt und wurde auch bei der Aufführung in Sankt Ottilien gepflegt.

Mit den im Altarraum der Klosterkirche aufgefächerten Chormitgliedern und Direktorin Andrea Fessmann und Organistin Gudrun Forstner auf der Orgelempore begann der musikalische Spätnachmittag mit einem mittelalterlichen “Alta trinit” aus der Feder eines unbekannten Meisters.

Kompositionen von Bach, Mozart und Brahms

Kompositionen von Bach, Mozart, Mendelssohn-Bartholdy, Brahms, Franck sowie Jean Langlais und Olivier Messiaen, zwei bekannten Vertretern der französischen Orgelschule des 20. Jahrhunderts, folgten in erfreulicher Vielfalt. Es gab viel Sologesang. Andrea Fessmann, die vor ihrer Tätigkeit als Dirigentin Mitglied des Chores war, trat mehrfach als Solistin auf, immer begleitet von Forstner an der Orgel. Letztere konnte sich an der Sandtner-Orgel frei entfalten.

Besonders beeindruckend war ihre Leistung bei einem Stück aus Messiaens Orgelzyklus “L*Ascension”. Mit unglaublicher Präzision, Brillanz und Kraft bewegte sich die Organistin durch die wilden Eruptionen der schieren Ekstase. Der Chor beeindruckte mit einer stark ausgeprägten Dynamik.

Feines Pianissimo und mächtiges Forte

Die Sängerinnen und Sänger beherrschten feinstes Pianissimo, gewaltiges Forte und alle Nuancen dazwischen. Besonders facettenreich und voller Interpretationsfreude zeigte sich das Ensemble bei einem Tantum ergo von Mozart. Der Schlusspunkt war für Bach reserviert. Mit dem Choral “Jesus bleibet meine Freude”, bei dem vor allem das Orgelvorspiel im Dreiertakt große Berühmtheit erlangte, verabschiedeten sich die Künstler von dem stets andächtig lauschenden Publikum.

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