Illerbeuren: Ein Bauernhofmuseum zeigt, wie Frauen schaffen.

0

Illerbeuren: Ein Bauernhofmuseum zeigt, wie Frauen schaffen.

Eine neue Sonderausstellung im Schwäbischen Bauernhofmuseum in Illerbeuren läutet die Sommersaison ein.

Ein Bauernhofmuseum zeigt, wie Frauen schaffen.

Sie waren Impulsgeberinnen, die prägten. Das Leben anderer, zumeist. Egal, ob als unverheiratete Müllerin, Schützenkönigin oder junge Magd, sie gingen ihren eigenen Weg. Das Schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeuren zeigt derzeit die einzigartige Ausstellung “FrauenGestalten”, die sich den “FrauenGestalten” der Vergangenheit widmet. Sie stellt zu Beginn der neuen Saison Frauen in den Vordergrund, die ihr Leben lang weitgehend im Hintergrund agiert haben.

Die Macher der Ausstellung interessieren sich für sechs Frauenleben und sechs unterschiedliche Lebensverläufe. Dr. Bernhard Niethammer, Direktor des Museums, erklärt: “Wir wollen die Geschichten dieser Frauen sichtbar machen und zeigen, welch bedeutende, aber oft unterschätzte Rolle Frauen für das Familienleben, die Geselligkeit und den wirtschaftlichen Erfolg spielten.” Diese Damen leisteten ihren persönlichen Beitrag, oft im Stillen, manchmal bewusst an den Rand gedrängt oder aufgrund gesellschaftlicher Normen benachteiligt.

Die Hausfrau als Rollenmodell war schon vor 100 Jahren obsolet.

Deutlich wird auch, dass Probleme wie Ehe, Elternschaft, Karriere, aber auch uneheliche Geburt das Leben vieler Frauen im 19. und 20. Jahrhundert beeinflussten und dass diese Themen oft auch heute noch nachwirken. “Die scheinbar traditionellen Rollenbilder, wie die Hausfrau am Herd oder der Vater als Familienverdiener, gelten heute zu Recht als überholt”, sagt Gudrun Thiel, die wissenschaftliche Leiterin des Projekts. “Sie entsprachen in der Vergangenheit nicht der Realität.”

Sechs Porträts waren bei der Eröffnung der Schau am 20. Juni zu sehen. Für die Saison 2022 wird sie um weitere spannende Biografien ergänzt. Als überlebensgroße Scherenschnitte treten die Frauen den Besuchern auf dem Museumsgelände entgegen. Mina Kundner ist eine dieser Frauen. Die kleine Magd hat ihr ganzes Leben lang in einem anderen Haushalt gearbeitet, weil sie keine eigene Familie hatte. Die 1872 geborene selbstständige Mühlenmeisterin Josefa Gromer hingegen zog ihr Kind allein auf. Miriam Zeller, die Witwe des Museumsgründers Hermann Zeller, ist die Schirmherrin der Ausstellung. Sie, die “stille Hüterin der Heimatgeschichte”, hat eine eigene Station. Auch weitere Attraktionen sind geplant.

Das Museum und der Museumsgasthof “Gromerhof” sind seit dem 1. Juni wieder geöffnet. Allerdings ist eine Online-Anmeldung erforderlich. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag, 9 bis 18 Uhr. www.bauernhofmuseum.de

Share.

Leave A Reply