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Hubschrauber befördern Patienten aus der von Viren befallenen französischen Region

STRASBOURG, Frankreich, 25. März – Von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung gekleidete Mediziner kommen aus dem Universitätsklinikum Straßburg, schieben einen Coronavirus-Patienten auf einer Rollbahre über den Parkplatz, laden den Patienten in einen Hubschrauber und ziehen sich beim Anheben des Flugzeugs zurück aus.

Dies ist in Ostfrankreich zu einem täglichen Ritual geworden, da die dortigen Intensivstationen die Zahl der kritisch kranken Fälle nicht bewältigen konnten und stattdessen Patienten in das nahe Deutschland, in die Schweiz und nach Luxemburg überführten.

Als ein Patient am Dienstag in einen rot-gelben Hubschrauber der französischen Behörde für zivile Sicherheit verladen wurde, wachte ein Hubschrauberbesatzungsmitglied in blauen OP-Peelings mit einem orangefarbenen Flughelm über ihn.

Das Gebiet in Ostfrankreich um die Stadt Straßburg hat einen der größten Coronavirus-Cluster in Frankreich gesehen. Lokale Ärzte haben gewarnt, dass das Gesundheitssystem an einem Bruchpunkt steht.

Die sogenannte Luftbrücke zum Fliegen von Coronavirus-Patienten aus Ostfrankreich begann am Wochenende und umfasste bisher rund 10 Hubschrauber aus Frankreich, Deutschland und Luxemburg.

Ein Flug brachte einen Patienten aus einer Klinik im östlichen Elsass in ein Militärkrankenhaus in Ulm, Süddeutschland. “Wenn alles gut geht, wird er überleben”, sagte Oberst und Arzt Matthias Helm.

Ein weiterer Flug brachte einen 64-jährigen Patienten aus Colmar im französischen Elsass in das deutsche Mannheimer Krankenhaus.

„Unsere französischen Kollegen sind derzeit übermäßig belastet“, sagte der Mannheimer Intensivarzt Thomas Kirschning.

„Derzeit haben wir den Vorteil, dass wir noch über Kapazitäten verfügen und uns auf eine potenzielle Fallwelle vorbereiten können. „

Frankreich meldete am Dienstag kumulierte 1.100 Todesfälle durch Coronaviren mit 22.300 Infizierten.

Die Epidemie in Ostfrankreich veranlasste die französische Armee, ein Feldkrankenhaus mit 30 Intensivbetten einzurichten. Das Feldkrankenhaus hat am Dienstag seinen ersten Patienten aufgenommen. (Berichterstattung von Christian Hartmann; zusätzliche Berichterstattung von Matthieu Protard und Tangui Salaun; Redaktion von Christian Lowe)