HS2 startet Tunnelbau für Anbindung an Euston in bedeutendem Schritt
Der Bau des Tunnels für den HS2-Hochgeschwindigkeitszug hat in Großbritannien einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am Dienstag wurde der erste von zwei riesigen Tunnelbohrmaschinen in Betrieb genommen, um die Verbindung zwischen der neuen HS2-Strecke und dem Euston-Bahnhof in London zu schaffen.
Die Tunnelbohrmaschine, benannt „Madeleine“ zu Ehren der ehemaligen Präsidentin der Fraueningenieurgesellschaft Madeleine Nobbs, wiegt 1.624 Tonnen. Der Bau des 4,5 Kilometer langen Tunnels soll etwa 18 Monate in Anspruch nehmen. Dies markiert einen Fortschritt für das HS2-Projekt, das nach vielen Verzögerungen und Unsicherheiten in den letzten Jahren endlich Fahrt aufnimmt.
Das Projekt und seine Herausforderungen
Die Fertigstellung der neuen HS2-Station in Euston wird jedoch noch mindestens 15 Jahre auf sich warten lassen. Das geplante Eröffnungsdatum für die Station in London ist auf den Zeitraum zwischen 2041 und 2043 datiert. Aktuell laufen die Arbeiten für den Bau des Bahnhofs und der angrenzenden Infrastruktur noch auf Hochtouren, obwohl die Finanzierung für die gesamte Anlage noch nicht abgeschlossen ist.
Für den Moment können Züge nur zwischen den neuen Stationen in Birmingham Curzon Street und Old Oak Common, im Nordwesten Londons, verkehren. Der Beginn des Betriebs auf dieser Strecke wird jedoch immer wieder verschoben. Frühere Pläne sahen vor, dass die Strecke bereits zwischen 2029 und 2033 in Betrieb genommen werden sollte, doch HS2-CEO Mark Wild erklärte, dass dieses Ziel nun nicht mehr erreichbar sei.
Die Arbeiten in Euston selbst sind von politischen und finanziellen Unsicherheiten geprägt, nachdem die vorherige Regierung die geplante nördliche Erweiterung zwischen Birmingham und Manchester gestrichen hatte. Die Entwicklung des Euston-Gebiets könnte jedoch erhebliche wirtschaftliche Vorteile für die Region bringen. Schätzungen von Camden Council zufolge könnte die Eröffnung der neuen Station bis zu 41 Milliarden Pfund zur britischen Wirtschaft bis 2053 beitragen.
„Das Projekt ist nicht nur eine Ingenieursleistung, sondern auch ein Schritt in Richtung einer wirtschaftlichen Renaissance“, sagte Rail Minister Lord Hendy bei der Zeremonie zur Aktivierung der Tunnelbohrmaschine. Der Tunnelbau sei ein entscheidender Schritt, um HS2 nach London zu bringen und so das volle Potenzial des Projekts auszuschöpfen.
Die Tunnelbohrmaschine „Madeleine“ ist der erste von zwei Bohrmaschinen, die diesen Abschnitt des Projekts vorantreiben. Ihre Arbeit besteht nicht nur darin, den Tunnel zu graben, sondern auch gleich die Tunnelwände mit vorgefertigten Betonteilen zu errichten. Diese Technik soll den Bau effizienter gestalten und gleichzeitig den Materialtransport optimieren.
Der Geschäftsführer von Skanska Costain STRABAG, Richard Adams, erklärte, dass die Bohrmaschinen insgesamt mehr als 1,5 Millionen Tonnen Aushubmaterial entfernen und mehr als 8.000 vorgefertigte Riegel im Tunnel verlegen werden. Um die Umwelt zu schonen, wird ein Großteil des Materials über Schienen transportiert, wodurch die Zahl der Lkw-Fahrten reduziert wird.
Die Fertigstellung des Projekts bleibt ein langfristiges Unterfangen, das von zahlreichen Faktoren abhängig ist. Doch die aktuellen Fortschritte sind ein ermutigendes Zeichen dafür, dass das ambitionierte Projekt zur Verbesserung des britischen Eisenbahnnetzes voranschreitet.