Historischer Wintersturm lähmt die USA von Texas bis Maine
Ein massiver Wintersturm hat die Vereinigten Staaten am Wochenende mit eisigen Temperaturen, starkem Schneefall und gefährlichem Eis überzogen. Mehr als 180 Millionen Menschen, die Hälfte der US-Bevölkerung, sind derzeit von Wetterwarnungen betroffen. Besonders im Süden und Nordosten wird mit extremen Wetterbedingungen gerechnet, die die Infrastruktur lahmlegen und die Mobilität massiv einschränken werden. Laut ABC News und NBC News sind fast 150 Millionen Menschen von Winterwetter-Warnungen betroffen, die bis zum Sonntag, dem 25. Januar 2026, anhalten sollen.
Der Sturm, der am Freitagnachmittag, dem 23. Januar, in New Mexico und im Texas Panhandle begann, intensiviert sich derzeit und bewegt sich weiter nach Osten. In Dallas traf eine Mischung aus Schnee und Regen ein, und in Oklahoma City fielen die ersten Schneeflocken. Am Samstag, dem 24. Januar, erreichte der Sturm seinen Höhepunkt, mit starkem Schneefall und gefährlichem Eis, insbesondere im Süden der USA. Bereits am Morgen erstreckte sich der Schneefall von Texas bis nach Arkansas und Tennessee, und bis zum Nachmittag verbreitete sich die Gefahr auch auf St. Louis, Indianapolis, Cincinnati und Charleston in West-Virginia.
Schweres Wetter trifft weite Teile der USA
Am Samstagabend war ein massives Gebiet von New Mexico bis zu den Carolinas von Schnee und Eis betroffen. In Städten wie Dallas, Shreveport, Memphis und Raleigh kam es zu gefährlichem Eismix oder gefrierendem Regen. Am frühen Sonntagmorgen dehnte sich der Sturm noch weiter aus, mit Schneefall von Wichita und Cincinnati bis Washington, D.C. und Philadelphia. In New York City war am Sonntagmittag mit Schnee zu rechnen, während in Washington, D.C. eine Mischung aus Schnee und Regen erwartet wurde.
In New England und dem Innen-Nordosten wird vor allem ab Sonntag mit Schneefall gerechnet, wobei über 30 cm Schnee erwartet werden. In New York City könnten 20 bis 30 cm Schnee fallen, während der I-64-Korridor in Kentucky, einschließlich Louisville und Lexington, mit 30 bis 38 cm Schnee rechnen muss. Kentucky Gouverneur Andy Beshear rief die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf und erklärte den Ausnahmezustand: „Bleiben Sie zu Hause, haben Sie Ihre Warnmeldungen aktiviert und halten Sie sich bereit, Ihre Handys aufzuladen“, sagte er. Er warnte auch vor den Gefahren von Stromausfällen aufgrund der Eisbildung.
Das gesamte Wochenende über wurde in weiten Teilen des Landes von New Mexico bis nach Maine mit Schneemengen zwischen 8 und 15 cm gerechnet. Besonders stark sollte der Schneefall im Texas Panhandle, südlichen Missouri, Ohio Valley, den Appalachen und New England ausfallen. In einigen Gebieten wurden auch zerstörerische Eismengen prognostiziert, insbesondere von Ost-Texas bis Zentral-Tennessee und Nord-Georgia bis Zentral-Virginia, was das Risiko von massiven Stromausfällen erhöhte.
Am Samstagmorgen waren bereits mehr als 50.000 Haushalte ohne Strom. Laut poweroutage.us waren in Texas 17.977 Haushalte betroffen, in Minnesota 4.495 und in Kalifornien 4.084. Auch in Arkansas, Michigan, Pennsylvania und Mississippi gab es weit verbreitete Stromausfälle. Die Energieversorger wie Dominion Energy in Virginia, National Grid in Massachusetts und Con Edison in New York City setzten zusätzliche Einsatzkräfte ein und warnten vor langanhaltenden Stromausfällen. Dominion Energy erklärte, dass es Tage dauern könnte, um die Stromversorgung wiederherzustellen.
Der Eisregen wurde durch Windböen von 40 bis 55 km/h verstärkt, die Bäume und Stromleitungen bedrohten. In Charlotte, North Carolina, wurde eine Eischicht von 1,5 cm erwartet, was die Stadt in eine Eiswarnung versetzte. Die National Weather Service warnte vor möglichen Stromausfällen, wenn die Eisansammlung 1,5 cm überschreiten sollte.
Flughäfen waren ebenfalls betroffen: Mehr als 9.000 Flüge wurden aufgrund des Sturms abgesagt, und es wurden bis zu 15.000 Verspätungen bis Sonntag erwartet. Besonders betroffen waren die Flughäfen in Dallas-Fort Worth, Charlotte und Nashville. Am Samstag, dem 24. Januar, wurden bereits 3.259 Flüge abgesagt, und am Sonntag, dem 25. Januar, kamen weitere 5.826 Absagen hinzu.
Auch die Bundesbehörden reagierten auf den Sturm: Das Büro für Personalangelegenheiten (OPM) kündigte am Freitag an, dass alle Bundesbüros in Washington, D.C. am Montag, dem 26. Januar, geschlossen bleiben, was etwa 279.000 Bundesbedienstete betrifft. Es wurde „maximale Telearbeit“ angeordnet, und für diejenigen, die nicht aus dem Homeoffice arbeiten können, wurde „Wetter- und Sicherheitsurlaub“ gewährt.
Aufgrund der Schwere des Sturms haben mittlerweile 18 Bundesstaaten und Washington, D.C. den Notstand ausgerufen. Diese Maßnahme ermöglichte es den lokalen Behörden, schneller auf die Auswirkungen des Sturms zu reagieren und Hilfsmaßnahmen zu koordinieren.
Die Strom- und Gasunternehmen in den betroffenen Regionen haben ebenfalls Warnungen herausgegeben und die Bevölkerung aufgefordert, sich auf Stromausfälle vorzubereiten. National Grid in Massachusetts warnte, dass Schneemengen auf Stromleitungen und Baumästen zu gefährlichen Situationen führen könnten, und Con Edison in New York City koordinierte bereits zusätzliche Einsatzkräfte.
Mit der fortschreitenden Bewegung des Sturms in Richtung Nordosten warten die Gemeinden von Texas bis Maine gespannt auf die kommenden Tage, da der Sturm keine Anzeichen von Nachlassen zeigt. Die USA sind nun auf das zu erwartende Schlimmste vorbereitet.