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Hazarika fordert rechtliches Vorgehen gegen Mandelson nach Enthüllungen

Die Londoner Metropolitan Police hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen Lord Peter Mandelson eingeleitet. Ermittelt wird wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs, eine Straftat, die im Vereinigten Königreich mit lebenslanger Haft bestraft werden kann. Auslöser sind neue Enthüllungen über Mandelsons Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

„Ohne Ansehen der Person“ untersuchen

Innerhalb der regierenden Labour-Partei wächst unterdessen der Zorn über den ehemaligen Minister. Die Labour-Peer Baroness Ayesha Hazarika sprach von einer „existenziellen“ Stimmung, da Labour in Umfragen hinter der Reform UK liege. Sie forderte, Mandelson müsse „rückhaltlos von der Polizei ohne Ansehen der Person untersucht werden“.

„Wenn sie feststellen, dass es einen Fall gibt, der verfolgt werden muss, dann muss das vollständig im Einklang mit dem Gesetz geschehen“, sagte Hazarika in einem Podcast. Auf die Frage, ob Mandelson ins Gefängnis müsse, antwortete sie: „Ich würde sagen, er sollte absolut mit der vollen Härte des Gesetzes und welcher Strafe auch immer konfrontiert werden.“

Konkret wird Mandelson vorgeworfen, als Wirtschaftsminister in Gordon Browns Regierung zwischen 2009 und 2010 marktsensible Informationen, darunter zu Euro-Rettungsplänen und Vermögensverkäufen, an Epstein weitergegeben zu haben. Mandelson bestreitet strafbares Handeln und will laut Berichten argumentieren, er habe Epsteins Expertise im nationalen Interesse während der Finanzkrise gesucht.

Der Fokus der politischen Debatte richtet sich jedoch zunehmend auf Premierminister Sir Keir Starmer. Er steht unter schwerem Druck, weil er Mandelson 2024 trotz dessen bekannter Verbindungen zu Epstein zum britischen Botschafter in Washington ernannte. Starmer hat sich inzwischen bei Epsteins Opfern entschuldigt und erklärt, es tue ihm leid, „Mandelsons Lügen geglaubt und ihn ernannt zu haben“.

Führungsfrage und politische Folgen

Die Regierung kündigte an, die „Mandelson-Akten“ über die Ernennung zu veröffentlichen, um dessen Falschaussagen offenzulegen. Laut Hazarika sind viele Labour-Abgeordnete „absolut wütend“, insbesondere Frauen. Sie zweifelt allerdings daran, dass es zu einem Führungswechsel kommt, da das Absetzen von Parteichefs nicht in Labour-DNA liege und es keinen natürlichen Nachfolger gebe.

Sie warnte auch vor weiteren politischen Konsequenzen: Die Schwierigkeiten der Regierung könnten Nigel Farage eine Chance geben, Premierminister zu werden. Dennoch betonte sie Starmers historische Leistung: „Er ist nur der fünfte Mann in der britischen politischen Geschichte, der die Konservativen als Labour-Führer besiegt und an die Macht gebracht hat.“

Lord Mandelson, der in seiner früheren Labour-Zeit wegen seines Rufs als machiavellistischer Strippenzieher den Spitznamen „Prinz der Finsternis“ trug, war bereits im September letzten Jahres aus dem Botschafteramt entlassen worden. Seine anhaltende Verbindung zu Epstein war bereits vor der Ernennung 2024 bekannt, da Epstein bereits 2008 wegen Anstiftung eines Minderjährigen verurteilt worden war und Mandelsons Kontakte danach weiter bestanden.

Die Zukunft von Starmer und seinem Stabschef Morgan McSweeney scheint in Gefahr, sollte die Wut der Labour-Abgeordneten nicht abebben. Allerdings bezweifelt Hazarika, dass noch vor den wichtigen Wahlen im Mai zu Kommunen, zum schottischen Parlament und zur walisischen Versammlung eine Kampagne zum Führungswechsel losgetreten wird.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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