Günzburg: Am Günzburger Frauenplatz wird eine Zahl durch den Lieblingsbaum getragen

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Günzburg: Am Günzburger Frauenplatz wird eine Zahl durch den Lieblingsbaum getragen

Christof Bäuchl schätzt den 4. April sehr. Für ihn ist die Bank vor der Frauenkirche von Bedeutung. In Günzburg ist es auch der Standort seines Lieblingsbaums.

Auf dem Günzburger Frauenplatz trägt ein geliebter Baum eine Nummer.

Alles in Deutschland braucht eine Nummer: Der Lieblingsbaum von Christof Bäuchl steht auf dem Günzburger Frauenplatz und ist als Naturdenkmal mit der Nummer 000324 ausgewiesen. Es ist eine alte Platane mit riesigen, kräftigen Wurzeln, die allen Widrigkeiten trotzt. Ihre geschwungenen, weit ausladenden Äste sorgen den ganzen Sommer über für schöne Schattentänze. Wie das schimmernde Rokoko der Frauenkirche.

“Als Kind war der Frauenplatz mein Spielplatz, wo wir in der Grundschule unter der Platane gespielt haben.” Im Frühjahr hat der Baum auch bei der Hochzeit meiner Eltern Schatten gespendet. Viele Menschen sind an ihr vorbeigegangen. Günzburgs Stadtpfarrer Adam Birner wurde am 4. April 1941 verhaftet, der französische Staatspräsident François Mitterand und Bundeskanzler Helmut Kohl gingen am 4. April 1989 über den Frauenplatz, als dieser noch inaktiv war. So etwas wie Stadtmarketing gab es damals noch nicht. Nein: Glücklich. In Günzburg.

Der alte Baum auf dem Frauenplatz in Günzburg strahlt Ruhe und Würde aus

Mein Sohn ist am 4. April geboren, und manchmal zünde ich in der Frauenkirche eine Kerze für ihn an. Ein bisschen Segen von oben kann nicht schaden. Dann setze ich mich auf die Bank vor der Kirche, höre dem Plätschern des Brunnens zu und genieße die Ruhe und Würde, die der alte Baum ausstrahlt. Er wird auch mich überleben. Das beruhigt mich.

Seit einem Jahr ist die Bank am Frauenplatz auch ein Ort zum Durchatmen: Dann nehme ich meine FFP2-Maske ab, genieße eine Viertelstunde lang die Freiheit des Atmens und schaue hinauf zum Denkmal für Janusz Korczak. Ich frage mich, was er zu dieser isolierten, beziehungslosen Kindheit und Jugend gesagt hätte, die eine Pandemie selbst den Kleinsten abverlangt. Von ihm stammt der Satz: Die Seele des Kindes ist ein Wald, in dem sich die Baumkronen sanft wiegen, die Äste sich vermischen & die zitternden Blätter sich berühren. Manchmal berührt ein Baum seinen Nachbarn oder fühlt die Gegenwart von hundert oder tausend Bäumen, des ganzen Waldes. Wer auf die ferne Zukunft zielt &…. Dies ist eine kurze Zusammenfassung. Lesen Sie eine weitere Nachricht.

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