Große Durchsuchungsaktion von Social-Media-Anzeigen für Migranten startet
Die britische Regierung startet eine groß angelegte Offensive gegen Social-Media-Anzeigen, die illegale Wege in das Vereinigte Königreich anpreisen. Ab Montag drohen denjenigen, die auf sozialen Medien illegale Routen bewerben, Strafen von bis zu fünf Jahren Haft.
Neue Gesetzgebung tritt in Kraft
Teil des sogenannten „Border Security, Asylum and Immigration Act“, der im vergangenen Jahr verabschiedet wurde, wird ab sofort genutzt, um Social-Media-Anzeigen zu verfolgen, die Migranten über Möglichkeiten informieren, die Einwanderungskontrollen zu umgehen. Der britische Minister für Grenzschutz, Alex Norris, betonte, dass die Regierung „jeden, der diese illegale Aktivität betreibt“, zur Rechenschaft ziehen werde.
Die National Crime Agency (NCA) wird ab sofort Tausende von Social-Media-Konten durchsuchen, um mit dieser neuen Maßnahme gegen die Menschenhändler vorzugehen. Schon im vergangenen Jahr hatte die NCA über 10.000 Social-Media-Konten, Seiten und Posts im Zusammenhang mit Menschenhandel blockiert, was als Rekordzahl gilt. Doch diese neue Gesetzgebung geht einen Schritt weiter: Sie zielt darauf ab, Anzeigen zu verfolgen, bevor Migranten überhaupt britischen Boden betreten.
„Die Werbung für ein vermeintlich besseres Leben in Großbritannien ist abscheulich“, erklärte Norris. Die Behörde wolle denjenigen, die illegale Dienste im Internet anbieten, mit aller Härte des Gesetzes begegnen, sei es durch den Verkauf von „goldenen Paketangeboten“, das Bereitstellen von Ausstattungen für Bootsfahrten oder durch die Recherche von Routen.
Neue Straftat für Social-Media-Nutzer
Ein Teil der neuen Gesetzgebung sieht vor, dass so genannte „Dienstleister“ ins Visier genommen werden – Vermittler, die Migranten mit Schleusern für gefährliche Bootsüberfahrten und andere illegale Routen zusammenbringen. Ein Beispiel für solche illegalen Angebote auf Social-Media-Plattformen wurde bereits öffentlich gemacht: Ein TikTok-Post in Pashto bewarb eine einstündige „Jetboot“-Fahrt von Frankreich nach London für 4.000 US-Dollar. Ein weiteres Angebot, das auf Facebook veröffentlicht wurde, warb für Reisen durch mehrere Länder, darunter die Türkei, Iran, Irak und Italien.
Insgesamt haben in diesem Jahr 933 Menschen die gefährliche Überfahrt über den Ärmelkanal in kleinen Booten unternommen, was im Vergleich zum Vorjahr ein deutlich niedrigerer Wert ist. Laut Regierungsangaben gab es seit dem 20. Januar keine neuen Überfahrten.
Die Regierung kündigte auch an, weiter gegen Menschenhändler vorzugehen. Ein weiterer Schritt in diesem Bereich war die kürzlich getroffene Vereinbarung von Labour-Chef Sir Keir Starmer mit den chinesischen Behörden. Diese Vereinbarung soll verhindern, dass Boote mit Motoren aus China in die Hände von Schlepperbanden geraten. Rund 60 % der Boote, die im vergangenen Jahr den Kanal überquerten, hatten Motoren, die aus China stammten.