Großbritannien erzwingt mit Visadrohungen Rücknahmeabkommen mit drei afrikanischen Staaten
Die Regierungen von Angola, Namibia und der Demokratischen Republik Kongo haben unter Druck einer angekündigten Visasperre vereinbart, die Rückführung abgelehnter Asylbewerber und straffälliger Migranten aus Großbritannien zu beschleunigen. Dies bestätigten britische Regierungskreise nach wochenlangen Verhandlungen.
Einseitige Sanktion als Druckmittel
Die britische Innenministerin Shabana Mahmood hatte den betroffenen Ländern klargemacht, dass die Zusammenarbeit bei Abschiebungen direkt mit dem Visa-Zugang verknüpft wird. Für Nationen mit hohen Asylantragszahlen in Großbritannien wurde ein sogenannter „Notfallbremse“-Mechanismus aktiviert.
Besonders wirksam war die Drohung, speziell schnelle Visa-Verfahren für VIPs und Entscheidungsträger auszusetzen, wie es im Fall der Demokratischen Republik Kongo geschah. Die Botschaft an die Eliten war unmissverständlich: Wenn der einfache Bürger nicht zurückkehren kann, bleibt auch den Mächtigen die Reise verwehrt.
Das Vereinigte Königreich hatte zuvor monatelang über als „obstruktiv“ bezeichnete Verfahren geklagt. Einige Länder hätten Papierarbeit verzögert oder verlangt, dass Abzuschiebende ihre eigenen Reisedokumente unterschreiben – was diesen ein effektives Vetorecht einräumte.
Abkommen und absehbare Folgen
Die neuen Vereinbarungen sehen vor, dass Angola und Namibia die Bearbeitung von „ausländischen Straftätern und illegalen Migranten“ straffen. Für die DR Kongo wurde ein ähnliches Abkommen erzielt. Die ersten Abschiebeflugzeuge aus London werden nun vorbereitet.
Diese Entwicklung setzt einen bedeutenden Präzedenzfall in den Nord-Süd-Beziehungen. Großbritannien hat Mobilität als diplomatische Waffe eingesetzt, indem es Migrationskooperation direkt an Visumvergabe für Bevölkerung und Führungselite knüpfte. Der diplomatische Erfolg Londons wird in Hauptstädten wie Nairobi, Lagos und Accra als Warnung verstanden: Der Westen bittet nicht mehr um Zusammenarbeit, sondern fordert sie unter Androhung von Isolation ein.
Während die ersten Rückführungsflüge organisiert werden, bleibt die Reaktion der Afrikanischen Union bemerkenswert still. Die Situation macht das fortbestehende Machtgefälle deutlich: Trotz aller Rhetorik von Partnerschaft bleibt das Verhältnis tief asymmetrisch. Wenn London niest, bekommen afrikanische Hauptstädte weiterhin einen Zugverkehrsstopp.