Great Ormond Street entschuldigt sich bei Familien von Kindern, die durch Chirurgen Yaser Jabbar geschädigt wurden
Die Great Ormond Street Hospital (GOSH) hat sich offiziell bei den Familien von Kindern entschuldigt, die während ihrer Behandlung von dem inzwischen desillusionierten Orthopäden Yaser Jabbar geschädigt wurden. Diese Entschuldigung erfolgt vor der Veröffentlichung eines detaillierten Berichts zu den Vorfällen, die über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren stattfanden.
Der Bericht, der am Donnerstag, den 27. Januar 2026, veröffentlicht wird, gibt Aufschluss über die erschütternden Details der Behandlung hunderter Kinder durch Jabbar, der sich auf die Rekonstruktion der unteren Gliedmaßen spezialisierte. Es ist bereits bekannt, dass viele der betroffenen Kinder schwere Schäden erlitten, darunter chronische Schmerzen und dauerhafte körperliche Beeinträchtigungen aufgrund von Fehlern während der Operationen.
Entschuldigung und Zukunftsperspektive
In einem persönlichen Schreiben an die betroffenen Familien drückte GOSH-Chef Matthew Shaw seine tiefe Entschuldigung aus und erkannte die schweren emotionalen Belastungen der betroffenen Familien an. Shaw schrieb, dass der Bericht detaillierte Informationen über die Pflegepraktiken von Jabbar und die von der Klinik unternommenen Verbesserungen enthalten werde. „Wir wissen, dass keine Entschuldigung das, was geschehen ist, ungeschehen machen kann, aber wir hoffen, dass wir durch die Transparenz und die von uns eingeleiteten Maßnahmen das Vertrauen wiederherstellen können“, erklärte Shaw in seinem Schreiben vom 21. Januar 2026.
Der Bericht wird sich darauf konzentrieren, wo substandarde Pflege festgestellt wurde und wie viele Kinder und junge Menschen durch die Behandlung geschädigt wurden. Zudem betont das Schreiben, dass betroffene Familien sich an die Polizei wenden können, um etwaige strafrechtliche Ermittlungen einzuleiten. Es wird erwartet, dass der Bericht eine hohe Zahl an weiteren Fällen aufdeckt, da bereits 22 von 37 überprüften Fällen als Schadenfälle eingestuft wurden, darunter 13, die als schwere Schäden klassifiziert wurden.
Die Fehler unter der Leitung von Jabbar betrafen vor allem Operationen, die als unzureichend und sogar falsch beurteilt wurden. Einige Kinder benötigten anschließend zusätzliche Operationen, um die durch Jabbar verursachten Schäden zu beheben, was zu weiteren Komplikationen führte.
Eine betroffene Familie ist die von Bunty Stalham, die aufgrund einer seltenen Knochenerkrankung und einer genetischen Erkrankung mehrere Operationen unter Jabbar durchlaufen musste. Trotz mehrfacher Eingriffe, die das Ziel hatten, eine Amputation zu verhindern, musste Bunty schließlich doch ein Bein amputiert bekommen. „Es gibt keine logische Erklärung für viele der Operationen, und wir stellen sogar infrage, ob die Amputation überhaupt notwendig war“, sagte Caroline Murgatroyd von Hudgell Solicitors, die mehrere betroffene Familien vertritt.
Die Frage, wie es zu dieser Reihe von Missständen kommen konnte und warum Bedenken, die schon 2021 geäußert wurden, nicht früher untersucht wurden, bleibt offen. Der Bericht soll dabei helfen, diese Fragen zu beantworten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Metropolitan Police erklärte, dass sie den GOSH-Bericht prüfen werden, aber bislang keine strafrechtlichen Ermittlungen eingeleitet wurden. GOSH erklärte, dass sie weiterhin eng mit den örtlichen Behörden zusammenarbeite, um sicherzustellen, dass alle relevanten Informationen und möglichen Konsequenzen korrekt gehandhabt werden.