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GRAFIK-Kaffee, Pralinen und Pillen schützen Schweizer…

Von Julien Ponthus

LONDON, 22. April – Der Schweizer Blue-Chip-Index ist durch die Widerstandsfähigkeit von drei riesigen defensiven Aktien geschützt und hat den Coronavirus-Sturm im Vergleich zu anderen europäischen Benchmarks, die bis zu dreimal mehr Schaden erlitten haben, problemlos überstanden.

Ohne direkten Kontakt mit Öl, Fluggesellschaften oder anderen von der Pandemie betroffenen Sektoren ist der Schweizer Marktindex seit Jahresbeginn um weniger als 10% gesunken. Der gesamteuropäische STOXX 600-Index ist im gleichen Zeitraum um 21% eingebrochen.

In der Schweiz befinden sich der weltweit größte Lebensmittelkonzern Nestle und die Pharmagiganten Roche und Novartis, deren Gewinne in der Regel auch dann anhalten, wenn die Märkte in Aufruhr sind und sich die Wirtschaftsindikatoren nach Süden drehen.

Nestle, Roche und Novartis machen über 70% des Blue-Chip-Index aus, der eine Marktkapitalisierung von 1,16 Billionen Schweizer Franken (1,2 Billionen US-Dollar) aufweist. Das Trio ist nach Marktwert das größte Unternehmen in Europa.

Nestle, das weltweit für seine verpackten Produkte wie Maggi-Suppen, KitKat-Schokoriegel und Nescafe-Instantkaffee bekannt ist, war eine Top-Wahl für Investoren, während Einschränkungen zur Eindämmung des Virus Menschen auf der ganzen Welt dazu zwingen, zu Hause zu bleiben.

„Märkte, die in Defensiven im Allgemeinen und in Pharmazeutika im Besonderen (insbesondere in der Schweiz) stärker gewichtet sind, tendieren dazu, eine Outperformance zu erzielen, während Länder, die stark in Banken sowie Öl und Gas gewichtet sind, tendenziell hinterherhinken (typischerweise Italien, Frankreich oder Norwegen)“, so der Stratege von Makor Capital Markets Stéphane Barbier de la Serre sagte.

Gesundheitswesen und Lebensmittel haben seit Mitte Februar, als das Virus in Europa ausbrach, bei den Anlegern eindeutig Anklang gefunden, was zu viel geringeren Verlusten führte als bei Banken, Autoherstellern oder Reise- und Freizeitaktien.

Innerhalb dieser Sektoren waren Schweizer Namen die Top-Picks.

Analysten warnen jedoch davor, dass die starke Gewichtung einer Handvoll Aktien in wichtigen Indizes den Anlegern ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln kann.

Zum Beispiel war das Gesamtgewicht der fünf größten S & P 500-Aktien noch nie so hoch wie jetzt: Facebook, Amazon, Apple, Alphabet und Microsoft (FAAAM) machen mit 500 Bestandteilen 22% des Index aus.

Ein Anstieg von nur wenigen Aktien kann daher einen Index anheben, selbst wenn viele seiner Bestandteile tatsächlich an Boden verlieren. ($ 1 = 0,9691 Schweizer Franken)

(Berichterstattung von Julien Ponthus; Redaktion von Catherine Evans)