Gesetzesänderung gefordert: Eltern kämpfen nach dem Tod ihrer Tochter gegen Krebsdiagnoseverzögerung
Die Eltern einer 17-jährigen Schülerin aus Schottland kämpfen nach dem tragischen Tod ihrer Tochter um eine Gesetzesänderung, die eine schnellere Krebsdiagnose bei Kindern ermöglichen soll. Isla Sneddon, die im vergangenen Jahr an Krebs starb, wurde zu spät diagnostiziert, nachdem sie Symptome hatte, die bei Erwachsenen früher erkannt worden wären.
Isla Sneddons lange Leidensgeschichte
Im Alter von 15 Jahren entdeckte Isla Sneddon einen Knoten in ihrer Brust und suchte sofort einen Arzt auf. Zunächst wurde ihr gesagt, dass der Knoten wahrscheinlich harmlos sei und durch hormonelle Veränderungen verursacht wurde. Zwei Jahre später empfahl ihr Arzt eine Biopsie, doch die Überweisung wurde aufgrund ihres Alters herabgestuft.
Als Isla schließlich mit Brustkrebs diagnostiziert wurde, war es bereits zu spät. Ihr Familie erhielt die schreckliche Nachricht, dass sie nur noch sechs Monate bis ein Jahr zu leben hatte. Die Ärzte erklärten, dass sich der Krebs bereits auf ihre Lunge, ihr Herz und ihre Lymphknoten ausgebreitet hatte. In den letzten Monaten versuchten Islas Eltern, ihre Tochter so gut wie möglich zu unterstützen, doch sie starb im März des vergangenen Jahres.
Mark und Michelle Sneddon sind überzeugt, dass eine frühere Diagnose Isla hätte retten können, wenn ihre Symptome mit der gleichen Dringlichkeit wie bei Erwachsenen behandelt worden wären. „Wir vertrauten den Ärzten, aber wir glauben, dass sie, wenn sie ein Erwachsener gewesen wäre, intensivere Untersuchungen erhalten hätte“, sagte Mark Sneddon. „Es hätte eine längere Untersuchung gegeben – sie wäre nicht einfach gesagt worden, dass sie ‚darüber hinwegwachsen‘ würde.“
Die Kampagne für „Islas Gesetz“
Die Familie hat sich seitdem für eine Gesetzesänderung stark gemacht, die eine schnellere Überweisung von Kindern mit verdächtigen Symptomen an Krebsspezialisten fordert. Ihr Vorschlag, das sogenannte „Isla’s Gesetz“, fordert, dass Kinder bei Verdacht auf Krebs dieselben maximalen Wartezeiten wie Erwachsene für eine Diagnose haben müssen. Mit ihrer Petition auf Change.org, die über 35.000 Unterschriften gesammelt hat, wollen sie sicherstellen, dass keine andere Familie das gleiche durchmachen muss.
Im kommenden Monat wird die Familie ein Treffen mit dem schottischen Gesundheitsminister Neil Gray haben, um ihre Forderungen zu besprechen. Gray hat sein Mitgefühl für die Familie zum Ausdruck gebracht und angekündigt, dass die neuen schottischen Richtlinien für die Überweisung von Krebspatienten, die seit August 2024 in Kraft sind, auch spezielle Regelungen für Kinder und Jugendliche enthalten.
Arwel Williams, Direktor für akute Dienste bei NHS Lanarkshire, sagte: „Wir haben auf die Bedenken der Familie reagiert und sie darüber informiert, dass die Behandlung von Isla den klinischen Standards entsprach. Aber wir erkennen an, wie verheerend dies für die Familie war, und unsere Gedanken sind weiterhin bei ihnen.“