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Gerichtsmedizinische Untersuchungen zu fünf von Lucy Letby getöteten Babys eröffnet

An diesem Dienstag wurden vor dem Coroner’s Court in Cheshire formell die gerichtsmedizinischen Untersuchungen zu den Todesfällen von fünf Babys eröffnet, die von der verurteilten Serienmörderin und ehemaligen Kinderkrankenschwester Lucy Letby ermordet wurden. Die Untersuchungen wurden umgehend ausgesetzt, bis ein unabhängiger öffentlicher Untersuchungsbericht vorliegt.

Untersuchungen ausgesetzt, öffentliche Untersuchung abgewartet

Die Anhörungen unter der leitenden Gerichtsmedizinerin Jacqueline Devonish betrafen die als Baby C, E, I, O und P bekannten Säuglinge. Sie fanden nacheinander im Gerichtssaal Nummer eins in Warrington statt, wobei eine große Anzahl regionaler und nationaler Medien vertreten war. Als einziger Rechtsvertreter war der Kronanwalt Nick Johnson KC anwesend, der Letby im Strafverfahren angeklagt hatte.

Die Gerichtsmedizinerin verhängte keine neuen Berichtsbeschränkungen, wies jedoch darauf hin, dass eine weltweit gültige Anordnung von Richterin Mrs. Justice Steyn weiterhin in Kraft sei. Diese verbietet, die Identitäten der überlebenden und verstorbenen Kinder sowie ihrer Eltern oder Zeugen preiszugeben. Auf Antrag des Polizeibeamten, Detective Inspector Darren Reid, wurden alle fünf neuen Untersuchungen sowie die bereits zuvor eröffnete Untersuchung zum Tod von Baby D ausgesetzt.

Als Grund gab DI Reid in jedem Fall an, dass ein „unnatürlicher Tod“ zu vermuten sei, die Aussetzung jedoch aufgrund der anstehenden öffentlichen Untersuchung unter Leitung von Lady Justice Thirlwall notwendig sei. Ihr Bericht darüber, wie Letby ihre Verbrechen begehen konnte, soll nach Ostern veröffentlicht werden. Die Aussetzungen werden im Mai überprüft. Vorläufig sind Termine für die vollständigen Untersuchungen für den 14. bis 25. September dieses Jahres angesetzt, die jedoch vom Ergebnis der Thirlwall-Untersuchung abhängen.

In kurzen Zusammenfassungen schilderte DI Reid die tragischen Fälle. Baby E, ein Junge, starb im August 2015 an nekrotisierender Enterokolitis. Baby P, ebenfalls ein Junge, war bei der Geburt in gutem Zustand, doch sein Bauch blähte sich zwei Tage später auf. Baby C, der im Juni 2015 an einem Atemnotsyndrom litt, brach mit vier Tagen zusammen und starb. Das als Baby I bekannte Mädchen hatte eine chronische Lungenerkrankung und erlitt eine Woche vor ihrem Tod im Oktober 2015 einen Herzstillstand, konnte aber wiederbelebt werden. Baby O, ein Junge, kam ohne Komplikationen zur Welt, wurde dann aber „ziemlich krank“, sein Bauch blähte sich auf und er erbrach sich.

Hintergrund und weitere Entwicklungen im Fall Letby

Lucy Letby, mittlerweile 36 Jahre alt, verbüßt derzeit fünfzehn lebenslange Haftstrafen. Sie wurde wegen des Mordes an sieben Kindern und des versuchten Mordes an sieben weiteren auf der Neonatologie des Countess of Chester Hospital zwischen Juni 2015 und Juni 2016 verurteilt. Ein Kind hatte sie zweimal angegriffen. Bereits im Juli 2016 war sie von klinischen Aufgaben entbunden worden, nachdem Kinderärzte den Verdacht geäußert hatten, sie könnte Babys absichtlich schaden. Die Polizei wurde jedoch erst im Mai 2017 von der Krankenhausleitung eingeschaltet.

Eine bereits im Oktober 2016 durchgeführte Untersuchung zum Tod von Baby A hatte ein narratives Urteil ergeben, das keine klare Todesursache feststellen konnte. Die Familie von Baby A wünscht laut Berichten keine Wiederaufnahme dieses Verfahrens.

Wie letzten Monat bekannt wurde, werden keine neuen Anklagen gegen Letby erhoben. Die Staatsanwaltschaft (CPS) sah trotz eingereichter Beweise der Polizei zu weiteren mutmaßlichen Taten in Chester und am Liverpool Women’s Hospital die Beweislage als nicht ausreichend an. Die Cheshire Police kritisierte diese Entscheidung öffentlich, bestätigte aber, dass sie die bestehenden Verurteilungen nicht in Frage stelle.

Letbys Anwälte halten weiterhin an ihrer Unschuld fest. Zwei Anträge auf Berufungszulassung wurden 2024 abgelehnt. Die Strafrechtliche Überprüfungskommission (CCRC) prüft derzeit Beweise eines internationalen Medizinergremiums, das natürliche Ursachen und mangelnde medizinische Versorgung für die Zusammenbrüche der Babys verantwortlich macht.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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