Fed bleibt bei Zinsen – Trump startet „kriminelle“ Untersuchung gegen Powell
Die US-Notenbank Federal Reserve hat sich geweigert, ihre Zinspolitik auf Druck von Präsident Donald Trump zu ändern und hält die Leitzinsen stabil. Trumps Reaktion folgte prompt: Der Präsident ordnete eine strafrechtliche Untersuchung gegen den Vorsitzenden der Fed, Jerome Powell, an. Diese Eskalation birgt die Gefahr einer Verfassungs- und politischen Krise.
Ein dramatisches Aufeinandertreffen zwischen Fed und Weißem Haus
In einer klaren Konfrontation zwischen der Notenbank und der Regierung von Präsident Trump hat die Federal Reserve beschlossen, den Leitzins bei 3,5 % bis 3,75 % zu belassen. Dies signalisiert eine Pause nach drei Zinssenkungen im vergangenen Herbst. Die Entscheidung wurde als klares Zeichen verstanden: Wirtschaftliche Daten, nicht politische Interessen, bestimmen die Geldpolitik. Doch die Reaktion des Weißen Hauses ließ nicht lange auf sich warten. Trump beschuldigte Powell, der US-Wirtschaft Schaden zuzufügen, und kündigte an, das Justizministerium werde die Renovierungskosten der Fed-Zentrale untersuchen. Kritiker werten diese Untersuchung als einen Vorwand, um Powell zu entfernen.
Die „Renovierungsuntersuchung“ als Vorwand?
Der Streit zwischen der Fed und Trump hat längst die Ebene der politischen Differenzen überschritten und ist zu einem persönlichen Konflikt geworden. Trump behauptet, Powell habe beim Umbau des Fed-Hauptsitzes in Washington Millionen verschwendet, wobei das Budget deutlich überschritten worden sei. „Er gibt Millionen für Teppiche aus, während er die amerikanischen Arbeiter hemmt“, wetterte Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung. Powell weist die Ermittlungen jedoch als „Vorwand“ zurück, um die Unabhängigkeit der Fed zu untergraben.
Rechtsexperten warnen, dass die Nutzung des Justizministeriums als politisches Instrument gegen den Vorsitzenden der Fed eine gefährliche Verletzung demokratischer Normen darstellt. Der renommierte Ökonom Larry Summers warnte: „Wenn der Präsident den Fed-Chef mit Gefängnisstrafen bedrohen kann, weil dieser sich weigert, Geld zu drucken, haben wir keine Zentralbank mehr, sondern ein Sparschwein.“ Die Finanzmärkte reagierten nervös, als der Dow Jones um 400 Punkte fiel und die Risiken einer institutionellen Instabilität eingepreist wurden.
Trump behauptet, dass die Fed durch ihre Zinsentscheidung der US-Wirtschaft „Hunderte von Milliarden“ kostet. Er drängt auf eine schnelle Konjunkturerholung, doch die Fed fürchtet, dass eine zu frühe Zinssenkung die Inflation erneut anheizen könnte, die erst kürzlich stabilisiert wurde. Trumps persönliche Angriffe auf Powell – er bezeichnete ihn als „steif“ und „ahnungslos“ – sind mittlerweile ein fester Bestandteil seiner Rhetorik. Doch Powell bleibt ruhig und wehrt sich nicht direkt gegen die Angriffe. Stattdessen erhält er überraschend Unterstützung von einigen Abgeordneten, die ihn als letzten Schutzwall gegen populistische Wirtschaftspolitik sehen.
Die Situation spitzt sich weiter zu: Trump prüft, ob er Powell wegen der Renovierung des Fed-Hauptsitzes „aus wichtigem Grund“ entlassen könnte. Ein solcher Schritt würde jedoch eine rechtliche Auseinandersetzung auslösen, die möglicherweise vor dem Obersten Gerichtshof endet. Ein Versuch, den Fed-Chef zu entlassen, könnte die Märkte destabilisieren und eine politische Krise auslösen.
„Die Geschichte wird diesen Moment beurteilen“, sagte die Senatorin Elizabeth Warren. „Sind wir ein Land der Gesetze oder ein Land des Willens eines einzelnen Mannes? Die Fed darf nicht einknicken.“