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FBI durchsucht Wahllager in Fulton County im Zuge der Untersuchung der Wahl 2020

Am 28. Januar 2026 sorgte eine FBI-Razzia im Fulton County Elections Hub und Operations Center in Georgia für Aufsehen. Unter der Autorisierung eines Gerichtsbeschlusses beschlagnahmten die Bundesbehörden rund 700 Kartons mit Stimmzetteln aus der Präsidentschaftswahl 2020. Der Vorfall hat erneut eine heftige politische Debatte über die Integrität der Wahl und die rechtlichen Verfahren in Georgia entfacht.

FBI-Mitarbeiter nehmen Beweise mit

Die Durchsuchung wurde von U.S. Magistrate Judge Catherine Salinas genehmigt und zielte auf Dokumente ab, die mit möglichen Verstößen gegen zwei Bundesgesetze in Verbindung stehen: eines verbietet Wählerabschreckung und die Einreichung gefälschter Stimmzettel, das andere schreibt vor, dass Wahlamtspersonal Wahlunterlagen für mindestens 22 Monate aufbewahren muss. Die beschlagnahmten Beweismaterialien wurden in Lkw verladen und zum FBI Central Records Complex in Virginia gebracht.

Unter den hochrangigen Beamten, die vor Ort waren, befanden sich der stellvertretende FBI-Direktor Andrew Bailey sowie die Direktorin des Nationalen Geheimdienstes, Tulsi Gabbard, was das politische Gewicht der Aktion verstärkte. Gabbard, die eine Schlüsselrolle bei der Sicherung der Wahlen und der Verhinderung von Wahlmanipulationen spielt, wurde speziell in den Medien hinterfragt. Ein hochrangiger Beamter erklärte, dass Gabbard weiterhin auf Anweisung von Präsident Trump gegen die Bedrohungen der Wahlintegrität vorgehen werde.

Der Razzia war der jüngste Schritt in der langjährigen Untersuchung rund um die Wahl von 2020, bei der der damalige Präsident Donald Trump ununterbrochen behauptete, ihm sei die Wahl durch Betrug entzogen worden. Besonders im Fulton County, das Atlanta umfasst, führten diese Behauptungen zu wiederholten Anschuldigungen und politischen Auseinandersetzungen. Trotz mehrfacher Audits und Nachzählungen, die den knappen Sieg von Joe Biden bestätigten, blieb das Vertrauen in die Wahlergebnisse vielerorts erschüttert.

„Ich möchte nur 11.780 Stimmen finden“, hatte Trump in einem berüchtigten Telefonat mit dem republikanischen Staatssekretär von Georgia, Brad Raffensperger, gefordert. Diese Bemühungen, die Wahl zu beeinflussen, hatten weder im Rahmen der Nachzählungen noch durch unabhängige Prüfungen ein anderes Ergebnis hervorgebracht. Georgia bestätigte, dass das papierbasierte Wahlsystem korrekt zählte und die Ergebnisse widerspiegelte.

Das Justizministerium der USA hatte bereits im Dezember 2025 eine Zivilklage gegen Che‘ Alexander, den Fulton County Clerk of Courts, eingereicht, um Zugang zu den Wahlunterlagen zu erhalten. Die Klage wirft vor, dass Alexander die Aufbewahrung und Übergabe der Unterlagen für eine Bundesuntersuchung nicht ordnungsgemäß befolgt habe. Der Fall bleibt weiterhin ungelöst, da Alexander darauf hinweist, dass die Unterlagen versiegelt seien und nur von einem staatlichen Richter freigegeben werden könnten.

Die Auswirkungen der Durchsuchung wurden sofort von lokalen Beamten wahrgenommen. Fulton County-Kommissar Marvin Arrington Jr. veröffentlichte den Durchsuchungsbefehl auf Social Media und bestätigte, dass es sich um Tausende von Wahlzetteln handelte. Auch der Vorsitzende des Fulton County Commission, Robb Pitts, äußerte sich gegenüber den Medien mit einer Mischung aus Frustration und Resignation. „Solange diese Kartons in der Obhut des Landkreises und in dieser Einrichtung waren, wusste ich, dass sie sicher waren. Aber nachdem sie nun vom FBI entfernt wurden, kann ich nicht mehr garantieren, dass diese Stimmzettel noch sicher sind“, sagte Pitts.

Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Demokratische Politiker in Georgia und darüber hinaus verurteilten die Razzia als politisch motiviert und als unbewiesene Fortsetzung der unbegründeten Behauptungen von Trump. Senator Jon Ossoff von Georgia sagte, dass der heutige Einsatz des FBI eine Fortsetzung der „Kreuzzüge eines schlechten Verlierers“ sei. Abgeordnete wie Nikema Williams forderten das FBI auf, die Untersuchung zu stoppen und warnten, dass solche Ermittlungen die Wähler einschüchtern und das Vertrauen in zukünftige Wahlen gefährden könnten.

Der demokratische Vorsitzende von Georgia, Charlie Bailey, erklärte, dass alle Georgier alarmiert sein sollten, dass Trump Bundesbehörden für seine „gefährlichen Lügen“ über den Wahlsieg 2020 missbrauche. Auch andere Demokraten, wie der frühere republikanische Vizegouverneur Geoff Duncan, der jetzt als Demokrat kandidiert, verurteilten die Aktion als Missbrauch von Macht und als Bedrohung für den demokratischen Prozess. Duncan zog Parallelen zu früheren Versuchen der Trump-Administration, Bundesbehörden für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Der demokratische Senator Mark Warner aus Virginia hinterfragte direkt Gabbards Anwesenheit bei der Durchsuchung und deutete an, dass ihre Beteiligung entweder auf legitime ausländische Geheimdienstoperationen oder auf eine „politische Inszenierung“ hindeute, die darauf abziele, Verschwörungstheorien zu legitimieren und das Vertrauen in die Demokratie zu untergraben.

Das Justizministerium äußerte sich zurückhaltend zu den laufenden Ermittlungen und erklärte, dass „die Untersuchung weiterhin läuft“, jedoch keine weiteren Details veröffentlicht wurden. Das Weiße Haus verwies alle Anfragen an das FBI und hielt sich öffentlich zurück. Gleichzeitig zielt die Zivilklage des Justizministeriums darauf ab, nicht nur die Wahlzettel, sondern auch Stimmzettelstummel und Umschläge für Briefwahlunterschriften zu erhalten, um zu prüfen, ob Fulton County die Bundesvorschriften zur Wählerregistrierung eingehalten hat.

Diese neuesten Entwicklungen rund um die Wahl von 2020 haben erneut politische Gräben vertieft und werfen Fragen zur zukünftigen Handhabung von Wahlverfahren in den USA auf. Trotz wiederholter Bestätigungen der Richtigkeit der Wahlergebnisse in Georgia bleibt der Schatten des Misstrauens über den gesamten Wahlprozess bestehen, wobei politische und rechtliche Auseinandersetzungen weiterhin fortbestehen.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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