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Familien fordern Konsequenzen nach tödlichen Krankenhausinfektionen

Familien von Patienten, die in einem schottischen Krankenhaus mit infektiösen Problemen behandelt wurden, haben die Gesundheitsbehörde NHS Greater Glasgow and Clyde (NHSGGC) scharf kritisiert und verlangen eine vollständige Verantwortungsübernahme. In einer emotionalen Stellungnahme erklärten die Betroffenen, sie seien „zurückgelassen worden“ in einem Krankenhaus mit „defekten Belüftungs- und Wassersystemen“, die „unsere geliebten Menschen getötet und vergiftet haben“.

Das Queen Elizabeth University Hospital (QEUH) in Glasgow und das Royal Hospital for Children (RHC) stehen im Zentrum einer umfangreichen Untersuchung, die nach mehreren Todesfällen und schwerwiegenden Krankheitsfällen aufgrund von Krankenhausinfektionen eingeleitet wurde. Der Fall wurde besonders durch den Tod der zehnjährigen Milly Main im Jahr 2017 ins Rampenlicht gerückt. Die Familien fordern nun eine umfassende Aufarbeitung und eine „richtige Entschuldigung“ von NHSGGC.

Fehlerhafte Infrastruktur und Todesfälle

In den abschließenden Bemerkungen vor der Untersuchung gestand NHSGGC zu, dass es wahrscheinlich eine „ursächliche Verbindung“ zwischen den Infektionen und der fehlerhaften Infrastruktur des Krankenhauses gibt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Wassersystem. Trotz des Zeitdrucks, das Krankenhaus rechtzeitig zu öffnen, sei es „zu früh“ in Betrieb genommen worden und habe nicht den erforderlichen Standard erfüllt.

Die Gesundheitsbehörde entschuldigte sich in einer offiziellen Stellungnahme bei den betroffenen Familien und versicherte, dass das QEUH und das RHC heute sicher seien. Es wurde jedoch eingeräumt, dass die ursprünglichen Probleme mit der Infrastruktur zu den Infektionen beigetragen haben könnten. Dies betrifft insbesondere zusätzliche Blutstrominfektionen in der pädiatrischen Hämatologie-Onkologie zwischen 2016 und 2018, die laut NHSGGC höchstwahrscheinlich mit dem Zustand des Wassersystems zusammenhängen.

Die Familien sind jedoch noch immer empört und verlangen mehr als nur eine Entschuldigung. In ihrer gemeinsamen Erklärung fordern sie den sofortigen Rücktritt der Verantwortlichen, die laut ihnen „grobes Fehlverhalten und Unfähigkeit“ gezeigt haben. Zudem soll ihnen die Pensionsansprüche entzogen werden.

„Wir haben unsere Angehörigen in diesem Krankenhaus verloren und sind mit bleibenden Schäden zurückgelassen worden“, so ein Sprecher der Familien. „Es ist unerträglich, dass diese Versäumnisse weiterhin nicht ausreichend behoben wurden.“ Die Familien betonen, dass sie „nirgendwohin gehen“, solange nicht umfassende Maßnahmen ergriffen werden.

In den letzten Jahren, so der Anwalt Steve Love KC, der viele betroffene Familien vertritt, sei das Vertrauen in NHSGGC durch deren „fehlende Reaktion und Widerstand“ gegen die Sorgen der Patienten schwer erschüttert worden. Die betroffenen Patienten hätten sich „nicht gehört“ gefühlt, was zu enormer Enttäuschung und Empörung geführt habe, als endlich öffentlich bekannt wurde, dass das Krankenhaus beim Öffnen 2015 nicht einsatzbereit war.

Gesundheitsminister Neil Gray betonte, dass die Regierung die Untersuchung initiiert habe, um den betroffenen Familien Antworten zu liefern. „Diese Untersuchung ist wichtig, um den vollen Umfang der Verantwortlichkeiten zu klären“, sagte er. „Wir müssen den Abschluss der Untersuchung abwarten, um weitere Maßnahmen zu ergreifen.“ Doch für die betroffenen Familien steht fest: Die Zeit für Entschuldigungen ist vorbei. Sie verlangen nun konkrete Schritte und Verantwortlichkeit.

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Katrin Buhler

Katrin Bühler ist Redakteurin und Medienanalystin mit Schwerpunkt auf Technologie, Wissenschaft und Gesundheit. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen und digitale Trends und bereitet komplexe Themen verständlich und praxisnah auf.

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