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Ex-Terrorist, der Dschihad als „mitfühlende Tat“ pries, kandidiert für das britische Stadtparlament

Shahid Butt, ein ehemaliger Terrorist, der 1999 in Jemen wegen eines gescheiterten Terroranschlags verurteilt wurde, hat seine Kandidatur für die Kommunalwahl in Birmingham als unabhängiger Stadtrat im Sparkhill-Wahlkreis bekannt gegeben. Die Wahl findet im Mai statt.

Rückkehr nach Großbritannien und Kontroversen

Butt war 2003 nach einer fünfjährigen Haftstrafe in Jemen aufgrund von Terrorvorwürfen, die mit einem Anschlag auf das britische Konsulat und andere Ziele verbunden waren, nach Großbritannien zurückgekehrt. Nach seiner Rückkehr arbeitete er mit dem britischen Home Office zusammen und engagierte sich 20 Jahre lang in der Arbeit mit jungen Menschen zur Verhinderung von Extremismus.

In einem kürzlich entdeckten Interview von 2024, das auf YouTube auftauchte, sprach Butt über den Dschihad und bezeichnete ihn als „mitfühlende Tat“. Er sagte: „Wie viel mehr Mitgefühl kann jemand zeigen, wenn er bereit ist, sein Leben zu riskieren, um in eine Kriegszone zu gehen und für Menschen zu kämpfen, die er nicht einmal kennt?“

Während Butt gleichzeitig die Terrorgruppe Isis verurteilte und erklärte, dass diese den Islam „kaperten“, gab er weiterhin an, dass der Dschihad als eine Form der „Mitmenschlichkeit“ angesehen werden könne. Diese Äußerungen haben viele Kritiker auf den Plan gerufen.

Kritik und Reaktionen auf seine Aussagen

Butts jüngste Kommentare über die Gewaltbereitschaft von Muslimen lösten erneut Kontroversen aus, insbesondere als er bei einer Protestaktion gegen den israelischen Fußballverein Maccabi Tel Aviv im November in Birmingham anrief. In einer Ansprache forderte er alle Muslime in der Region auf, sich dem Protest anzuschließen. Dabei betonte er, dass Muslime keine Pazifisten seien und sich verteidigen sollten, wenn sie angegriffen würden.

„Wenn dir jemand zu nahe kommt, dann schlag ihm die Zähne aus“, sagte Butt in einer Videobotschaft an die Protestierenden. Auch wenn er anmerkte, dass keine Waffen mitgebracht werden sollten, führte die Protestaktion zu Sicherheitsbedenken und dazu, dass Fans des israelischen Teams vom Spiel ausgeschlossen wurden.

Auf die Frage nach seinen Aussagen über den Dschihad verteidigte Butt sich damit, dass er lediglich einen Punkt mache und seine jahrelange Arbeit zur Verhinderung der Rekrutierung britischer Muslime für extremistische Gruppen betonte. „Ich habe Menschen getroffen, die in den Dschihad gehen wollten, und ich habe sie davon abgehalten“, sagte Butt.

Butt wurde auch zu früheren Interviews befragt, in denen er Aussagen aus dem Koran zitierte, in denen es hieß, dass Muslime keine Freunde unter Juden oder Christen haben sollten. Er erklärte, dass dies lediglich eine religiöse Referenz sei und er keine Feindseligkeit gegenüber diesen Gruppen empfinde. „Ich arbeite mit Christen und jüdischen Gemeinden zusammen. Ich bin nicht antisemitisch“, fügte Butt hinzu.

Doch trotz seiner Rechtfertigungen erntete Butt viel Kritik. Lord Walney, ehemaliger Regierungsberater für Extremismus, sagte, es sei kaum zu fassen, dass ein Mann, der wegen Terrorismus verurteilt wurde und offenbar den Dschihad rechtfertige, sich nun für ein öffentliches Amt bewerbe. Ghaffar Hussain von der antiextrimistischen Organisation Groundswell Project warnte, dass solche Äußerungen den ohnehin bereits angespannten sozialen Zusammenhalt gefährden könnten.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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